"profil": Prominenter Ex-Ordensmann unter Missbrauchs-Verdacht

Schwere Vorwürfe gegen Martin Bormann, Sohn von Hitlers gleichnamigem Vertrauten

Wien (OTS) - Wie das Nachrichtenmagazin "profil" in seiner Montag erscheindenden Ausgabe berichtet, soll Martin Bormann, Sohn von Hitlers Reichsleiter und Sekretär, sich Anfang der sechziger Jahre als Geistlicher im Gymnasium der Herz Jesu Missionare in Salzburg-Liefering an einem Zwölfjährigen vergangen haben. Bormann war auf der Flucht zu Kriegsende 1945 in Salzburg untergetaucht, Ordensmann und Priester geworden und in der Internatsschule Erzieher gewesen. Ein heute 63-jähriger Ex-Zögling hat sich mit seinen Vorwürfen an die unabhängige Plattform Betroffene kirchlicher Gewalt gewandt und hielt nun auch gegenüber "profil" fest, wie der damalige Präfekt Bormann ihn über ein Jahr hinweg missbraucht hatte.

Der älteste Sohn von Hitlers mächtigem Vertrauten (Martin Bormann senior wurde 1946 in Abwesenheit zum Tod verurteilt) hatte zunächst in katholischen Kreisen Karriere gemacht. Nach seiner Laisierung und Heirat 1971 trat er als gefragter Vortragender auf. "profil" hat Bormann in Deutschland aufgesucht und mit den Vorwürfen konfrontiert. Der 80-Jährige konnte oder mochte sich an seine Zeit als Erzieher nicht erinnern, seine Frau sagte, die Konfrontation komme aufgrund seiner Erkrankung zu spät.

Ein Mitschüler des ebenfalls schwer kranken mutmaßlichen Missbrauchsopfers war von Bormann bewusstlos geschlagen worden. Der heutige Ordensprovinzial Pater Walter Licklederer sagte gegenüber "profil", er sei über die massiven Anschuldigungen "erschüttert".

Rückfragen & Kontakt:

"profil"-Redaktion, Tel.: (01) 534 70 DW 3501 und 3502

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | PRO0001