"KURIER"-Kommentar von Martina Salomon: "Kreiskys Nachfahren"

Die SPÖ knüpft mit ihren Themen an Wahlschlager der Siebzigerjahre an.

Wien (OTS) - Im Jänner wäre "Sonnenkönig" Bruno Kreisky 100 geworden - und der Tod seines Sohnes verstärkt die Aufmerksamkeit für dieses Datum. Kreiskys Vermächtnis ist in der SPÖ aber ohnehin lebendig geblieben. Viele der Debatten von einst werden noch immer/schon wieder geführt: So versucht die Partei, mit der geplanten Abschaffung der Wehrpflicht Kreiskys Wahlkampfschlager "Sechs Monate sind genug" zu kopieren. Werner Faymann weigert sich auch, die Studiengebühren, die Kreisky einst abschaffte, wieder einzuführen:
ein rotes Dogma, gegen jeden internationalen Trend.
Die Gesamtschul-Debatte wird seit den Siebzigerjahren geführt. Und, ja, Faymann versucht sogar, seine "Gerechtigkeitskampagne" als Anknüpfung an Kreisky'sche Sozialreformen zu verkaufen. Kreisky pumpte allerdings maßlos und erfolglos Geld in die verstaatlichte Industrie. Erst sein Nach-Nachfolger Vranitzky startete eine vorsichtige Privatisierung (etwas, das die SPÖ nach wie vor mit Skepsis erfüllt). Nie erreichen wird der jetzige Kanzler das internationale Profil Kreiskys. Der blies den Staub der Nachkriegsjahre aus dem Land und nutzte den Aufbruchsgeist der Achtundsechziger. Welche Vision eines modernen Österreich hat eigentlich Faymann?

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