- 28.12.2010, 10:57:18
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AK-Rating: Unternehmen haben die Krise gut überstanden
Tumpel: Unternehmen müssen jetzt in die Verantwortung genommen werden
Wien (OTS) - Der erstmals erhobene AK-Unternehmensmonitor 2010
zeigt anhand der veröffentlichten Jahresabschlüsse, dass die
Unternehmen auf sehr gute Bilanzdaten für das Jahr 2009 bauen können:
Es gilt satte Eigenkapitalrenditen zu feiern und auf großzügige
Dividenden anzustoßen, während viele Beschäftigte mit Kurzarbeit,
Kündigungen sowie Lohn- und Gehaltseinbußen konfrontiert waren.
Fazit: Durch die Krise hat sich die Verteilungsschieflage zwischen
UnternehmerInnen und Beschäftigten deutlich verfestigt. Nicht nur
das: Im Jahr 2009 zahlen die Gewinnunternehmen nur 17,5 Prozent an
effektiven Steuern, das ist ein absoluter Tiefpunkt, auch im
internationalen Vergleich. "Steuern zahlen ist gesellschaftliche
Verantwortung, Steuerschlupflöcher müssen endlich geschlossen werden"
so AK-Präsident Herbert Tumpel. Die Arbeiterkammer fordert außerdem
maßvolle Ausschüttungen und einen fairen Anteil an den künftigen
Produktivitätszuwächsen.
Zum ersten Mal veröffentlichen die Arbeiterkammern NÖ, OÖ und Wien
im Dezember 2010 die Ergebnisse des AK-Unternehmensmonitors (2005
bis 2009): Dieses neu entwickelte Analyseinstrument nimmt ab jetzt
alljährlich die Performance der heimischen Unternehmen sowie der
einzelnen Sektoren (Dienstleistung, Energie, Handel und
Sachgütererzeugung) unter die Lupe. Der Unternehmensmonitor stellt
die Mikroebene und damit die einzelnen Unternehmen in den
Mittelpunkt: Es konnten die Jahresabschlussdaten von jährlich bis zu
1.500 mittelgroßen und großen Kapitalgesellschaften in die
Untersuchung einbezogen werden. Anhand von betriebswirtschaftlichen
Kennzahlen werden die Unternehmen sowie die einzelnen Sektoren
analysiert und vom AK-Rating mit der entsprechenden Schulnote
beurteilt.
Hervorragende Eigenkapitalrentabilitäten (AK-Rating: Note 1)
Die KapitaleignerInnen haben auch in Krisenzeiten hervorragend
verdient. In den letzten Jahren wurden fantastische
Eigenkapitalrenditen von bis zu 15 Prozent lukriert. Bedingt durch
Zinssenkungen haben die ÖsterreicherInnen nur magere Zinsen auf das
Ersparte erhalten, die AnteilseignerInnen konnten hingegen sogar im
Krisenjahr 2009 eine Rentabilität bezogen auf das eingesetzte Kapital
von im Schnitt 10 Prozent erzielen. Spitzenreiter ist die
Sachgüterindustrie mit fast 16 Prozent und damit einer
ausgezeichneten Eigenkapitalrentabilität.
Eigenkapitalausstattung als sicherer Hafen (AK-Rating: Note 1)
Zudem können sich die heimischen Unternehmen durchwegs auf eine sehr
robuste Eigenkapitalausstattung verlassen: Im Jahr 2009 liegt die
durchschnittliche Eigenkapitalquote mit 43,0 Prozent immer noch in
einem sehr guten Bereich und stellt damit einen verlässlichen
Krisenpolster dar. Die vergleichsweise beste Eigenkapitalquote weist
der heimische Energiesektor mit 54,5 Prozent auf.
Unternehmen zeigen sich in der Krise investitionsbereit
(AK-Rating: Note 2)
Von einem Feuerwerk an Investitionen kann zwar nicht die Rede sein,
aber die Investitionsbereitschaft der untersuchten Unternehmen ist
immerhin über die letzten Jahre als zufriedenstellend zu bewerten.
2009 kann eine Investitionsneigung der Sachanlagen von guten 144,1
Prozent gemessen werden. Damit wird deutlich mehr investiert als die
Wertabnutzung der Anlagen (Gebäude, Maschinen, Fahrzeuge, usw.)
ausmacht. Außerdem hat die leichte Erholung nach der "Katerstimmung"
auf den Finanzmärkten zur Folge, dass der Investitionsfokus wieder
stärker auf den Erwerb von Wertpapiere und Beteiligungen gesetzt
wird. Die Investitionsbereitschaft im Dienstleistungssektor war 2009
am stärksten ausgeprägt.
Inakzeptabler Steuerbeitrag der Unternehmen (AK-Rating: Note 4)
Den positiven Entwicklungen zum Trotz blieb die Steuerleistung der
Unternehmen auf niedrigem Niveau. Es gibt eine große Kluft zwischen
den Steuern, die Unternehmen laut Gesetz zahlen müssten, und den
tatsächlich geleisteten Steuern. Gerade im Krisenjahr 2009 war die
Steuerleistung der Gewinnunternehmen mit einer effektiven Steuerquote
von 17,5 Prozent am niedrigsten, dies ist auch im internationalen
Vergleich ein magerer Steuerbeitrag. Den absolut geringsten
Steuerbeitrag nach Sektoren weist der Dienstleistungssektor mit
inakzeptablen 12,5 Prozent auf.
Krisenfeste Dividende (AK-Rating: Note 4).
Die Ergebnisse der Untersuchung zeigen außerdem, dass die
Ausschüttungen der heimischen Unternehmen gemessen an den Löhnen und
Gehältern in den letzten fünf Jahren massiv gestiegen sind: 2008 hat
dieses Verhältnis mit mehr als 40 Prozent den bisherigen Höhepunkt
erreicht. Umso erstaunlicher erscheint, dass dieses hohe Niveau auch
im Krisenjahr 2009 (39,7 Prozent) beibehalten wurde. Zum
Ausschüttungskaiser im Jahr 2009 hat sich die heimische
Energiewirtschaft gekrönt: 74,7 Prozent der Lohn- und Gehaltssumme
gingen an die EigentümerInnen.
Service: Den AK-Unternehmensmonitor finden Sie auf
wien.arbeiterkamer.at oder auf arbeiterkammer.at.
Rückfragehinweis:
AK Wien Kommunikation
Thomas Angerer
Tel.: +43-1 501 65-2578
mailto:thomas.angerer@akwien.at
http://wien.arbeiterkammer.at
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