Aufnahmeprüfungen an Universitäten entwerten die Matura

Linz (OTS) - "Der erwartete Ansturm deutscher Abiturienten darf
kein Vorwand für weniger Studienplätze für österreichische Maturanten sein", sagt AK-Präsident Dr. Johann Kalliauer. Er lehnt den Gesetzesentwurf von Wissenschaftsministerin Dr.in Beatrix Karl, der Aufnahmeprüfungen oder Studieneingangsphasen mit vorgesehenem K.O an Österreichs Universtäten vorsieht, entschieden ab.

Während überall in Europa Studienangebote erweitert werden, geht Österreich aus Budgetgründen den umgekehrten Weg. Die Wissenschaftsministerin plant, die Studienplätze an österreichischen Universitäten auf den Durchschnitt der letzten fünf Jahre abzusenken. Mit den vorgesehenen Aufnahmeprüfungen oder Studieneingangsphasen mit geplantem K.O. können Universitäten ab Herbst 2011 nach den Plänen der Wissenschaftsministerin die Zahl der Studienanfänger/innen in den größten Studienrichtungen um bis zu 15 Prozent kürzen.

Wenn Universitäten aber Aufnahmeprüfungen vorschreiben, wird die österreichische Matura als allgemeine Studienberechtigung massiv abgewertet. Das Gleiche gilt auch für die für Arbeitnehmer/-innen so wichtige Berufsreifeprüfung oder die Lehre mit Matura. Über die Studienberechtigung an Universitäten entscheidet dann nicht der Erfolg bei der Matura, sondern die Aufnahmeprüfung. Da jede Universität für jede Studienrichtung eigene Aufnahmeprüfungen festlegen kann, wird ein Chaos von Studienanforderungen entstehen.

"Dieser Gesetzesentwurf hält Jugendliche von den Universitäten fern. Österreich braucht aber nicht weniger, sondern mehr bestens ausgebildete Menschen. Dafür ist eine deutliche Aufstockung des Universitätsbudgets dringen notwendig", sagt der AK-Präsident.

Der Vorwand das alles sei nötig, um den erwarteten Ansturm deutscher Studierender abzuwehren(doppelter Abiturientenjahrgang in einzelnen Bundesländern sowie das Aufheben der Wehrpflicht in Deutschland) ist absurd: Denn gerade im Medizinstudium, bei dem es schon jetzt Aufnahmeprüfungen gibt, ist der Anteil ausländischer Studierender besonders hoch. Für österreichische Studierende würden durch die Konkurrenz aus Deutschland die verringerten Studienplätze also nochmals knapper. Im Plan der Wissenschaftsministerin ist aber für inländische Studierende nicht einmal eine Mindestquote vorgesehen, wie das nach den ersten negativen Erfahrungen im Medizinstudium gemacht wurde.

AK fordert vorübergehende Zugangsbeschränkung
für deutsche Studierende in Österreich

Um dem Ansturm deutscher Studierender zu begegnen, sind andere Maßnahmen als die Zerschlagung der österreichischen Matura zweckmäßig: Sie sollen im Herbst 2010, so wie es die frühere Regelung vorsah, nur dann in Österreich zum Studium zugelassen werden, wenn sie eine Zulassung an einer deutschen Universität nachweisen können. In dieser Notsituation muss über EU-Recht hinweggesehen werden, wenn das österreichische Bildungssystem nicht dauerhaften Schaden nehmen soll.

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