AK: Arbeitszeitkalender ist Hilfe zur Selbsthilfe

Wien (OTS) - "Bekomme ich alles, was mir zusteht?" - eine gängige Frage in der AK Rechtsberatung. Viel zu oft müssen die AK ExpertInnen feststellen, dass das nicht der Fall ist. "Die Angaben über geleistete Arbeit seitens Arbeitgebern und Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern weichen nur zu oft auseinander. Und wenn es vor Gericht geht, dann zählen nur die Beweise", sagt Irene Holzbauer, Leiterin der Abteilung Arbeitsrecht in der AK Wien. Arbeitszeitaufzeichnungen führen zwar manchmal nicht zur kompletten Durchsetzung möglicher Ansprüche, aber sie sind jedenfalls eine gute Grundlage für einen Vergleich. Das gilt insbesondere auch für Teilzeitbeschäftigte und LeiharbeiterInnen. Deshalb hat die AK Wien den "Arbeitszeitkalender" entwickelt und stellt diesen allen ArbeitnehmerInnen zur Verfügung. Holzbauer: "Jeder sollte den Arbeitszeitkalender möglichst genau führen, denn: Vertrauen ist gut, aber Kontrolle ist besser." Der Arbeitszeitkalender kann ab sofort unter 01/310 00 10 454 bestellt werden oder steht als Download auf http:/wie.arbeiterkammer.at zur Verfügung.

Jeder Arbeitgeber ist verpflichtet, Arbeitszeitaufzeichnungen zu führen und anhand dieser die Lohnabrechnung zu erstellen. "Aber wir merken, dass sehr viele ihre Mehr- und Überstunden nicht korrekt ausbezahlt bekommen. Oft unterschreiben dann die Betroffenen Monatslisten, die nicht mit den eigenen Aufzeichnungen übereinstimmen. Angst um den Arbeitsplatz ist ein häufiges Motiv", sagt Holzbauer und rät, bei unterschiedlichen Aufzeichnungen ein klärendes Gespräch mit dem Arbeitgeber zu suchen. Der Arbeitszeitka-lender kann dabei eine nützliche Argumentationshilfe darstellen. Oft werden Überstunden oder Mehrleistungen nicht alleine erbracht, das sollte man nutzen und sich mit Unterschrift die geleistete Mehrarbeit "bezeugen" lassen. Wer den Arbeitszeitkalender führt, kann überprüfen, ob ihm die geleistete Stunden bzw Überstunden auch tatsächlich ausbezahlt werden.

Tipp: Erfolgt keine Auszahlung und gibt es auch keinen Zeitausgleich, sollte man die Überstunden schriftlich beim Arbeitgeber einfordern. Denn: Viele Arbeits- aber auch Kollektivverträge sehen den Verfall von Überstunden oft schon nach drei Monaten vor, wenn der Anspruch nicht schriftlich beim Arbeitgeber geltend gemacht werden.

Service: Der Arbeitskalender kann unter 01/310 00 10 454.bestellt oder auf http://wien.arbeiterkammer.at heruntergeladen werden.

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