"KURIER"-Kommentar von Helmut Brandstätter: "Straches Spagat"

Der FPÖ-Chef will international auftreten - zu Hause spielt er den Rabauken.

Wien (OTS) - Heinz-Christian Strache hat Jörg Haider schon imitiert, als sie noch in einer Partei waren. Auch die Spaltung in Blau und Orange hat die Bewunderung des Wieners für den Kärntner aus Bad Goisern nie geschmälert.
Also geht der FPÖ-Chef auf Auslandsreisen, um ein bisschen internationale Anerkennung darstellen zu können. Ausgerechnet mit europäischen Rechtsradikalen nach Israel? Das müssen seine Redenschreiber erst erklären, wenn sie Statements zur Weltpolitik verfassen.
Aber er will offensichtlich reif für die Regierung erscheinen -und verkauft doch die Wähler für blöd.
Wenn Strache im Parlament von "Ausplünderungsbudget" spricht, ist das Dumm-Sprech, und die aktuellen FPÖ-Inserate sind schlicht unwahr. Die 5,7 Milliarden für die Banken sind kein Geschenk, sondern werden zurückbezahlt - ein gutes Geschäft für den Staat. Auch Griechen und Iren müssen die Kredite zurückzahlen.
Die Regierung macht es Strache ja wirklich leicht, und manche seiner jugendlichen Fans wollen auch diese Rabiat-Rhetorik. Aber den Spagat zwischen Bierzelt und Harvard hat nicht einmal Haider auf Dauer geschafft. Und Strache war noch nicht einmal an der Elite-Uni.

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