Alarmwarnung für den Standort Österreich

Im Schlussfeld beim PISA-Test, abgeschlagen beim Uni-Vergleich, gleichzeitig Europameister bei der Steuerlast: Österreich muss endlich den Reformstau auflösen.

Innsbruck (OTS) - Griechenland, Irland, möglicherweise auch Portugal, Spanien oder auch Italien: Bei den Diskussionen um die finanzielle Rettung von Euro-Mitgliedsstaaten zählt Österreich bisher nicht zu den großen Sorgenkindern.
Österreichs wichtigste Finanzkennzahlen sind vergleichsweise noch immer gut, auch wenn Defizit und Staatsverschuldung zuletzt deutlich über den Maastricht-Grenzen gelegen sind. Die Wirtschaftskrise wurde - etwa am Arbeitsmarkt - mit weit weniger Blessuren bewältigt als in den meisten anderen Ländern.
Trotzdem: Am Beispiel Irlands, das lange als EU-Musterland gegolten hat, zeigte sich eindrücklich, wie schnell sich die Spirale nach unten drehen kann. Und auch in Österreich gibt es besorgniserrregende Alarmsignale. Schon jetzt haben laut EU nur Belgien, Schweden und Dänemark eine noch etwas höhere Steuerlast als Österreich.Schon jetzt müssen 44,3% des Einkommens an den Staat abgeliefert werden, mit dem Sparpaket 2011 wird Österreich unrühmlicher europaweiter Steuer-Spitzenreiter.
Das gefährdet den Standort Österreich ebenso wie die schlechten Zensuren für Österreichs Schulen oder Unis. Aber nur mit einer Topbildung kann Österreich den Grundstein für weiteren Wohlstand legen. Mit ihrer gegenseitigen Behinderungsstarre und der Angst vor echten Reformen gefährden SPÖ und ÖVP diese Chance - und auch die Finanzierbarkeit des Sozialstaats.
Von Alois Vahrner

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