Sektorales Fahrverbot: Bundessparte Verkehr fordert Stärkung der Schiene

Klacska: Kombinierter Verkehr muss noch attraktiver werden

Wien (OTS/PWK997) - Nach dem Schlussantrag der slowenischen Generalanwältin im EuGH, Verica Trstenjak, könnte das Sektorale Fahrverbot auf der Tiroler A 12 gekippt werden. Die Generalanwältin ortet im Sektoralen Fahrverbot einen Verstoß gegen den freien Warenverkehr in der EU. Für Alexander Klacska, Obmann der Bundessparte Transport und Verkehr in der Wirtschaftskammer Österreich, ist der Schluss daraus klar: "Monatlich rund 10.000 Lkw-Fahrten fallen derzeit unter das Beförderungsverbot auf der A12, der Inntalautobahn. Sollte der EUGH der Empfehlung der Generalanwältin folgen, muss die Bahn rasch nachdenken, wie die Ladungen jener Lkw-Fahrten auf der Schiene gehalten werden können".

Die heimische Verkehrswirtschaft bekenne sich klar zum freien Warenverkehr ebenso wie zur freien Wahl des Verkehrsmittels, betont Klacska. "Andererseits ist aber auch klar: EU-Bestimmungen müssen in jeden Fall eingehalten und Lärmbelastungen und Umweltverschmutzungen hintan gehalten werden. Deshalb sollte die Rollende Landstraße, aber auch der unbegleitete Kombinierte Verkehr rasch noch attraktiver gemacht werden", appelliert der Obmann an die Österreichischen Bundesbahnen.

Aufgrund des Sektoralen Fahrverbots dürfen seit 2. Mai 2008 keine Lkw mehr auf der A12 fahren, wenn diese sogenannte "bahnaffine" Güter wie Stahl, Rundholz, Abfälle, Fliesen usw geladen haben. Sie müssen die Brennerachse im Huckepackverkehr mit der Rollenden Landstraße (RoLa) überqueren. Derzeit überqueren den Brenner monatlich 22.000 Lkw via Rollender Landstraße und 175.000 Lkw auf der Straße.

Klacska: "Die RoLa hat bereits an preislicher Attraktivität gewonnen. Das Nachtfahrverbot für Lkw auf der A12 kann damit kompensiert werden, und die Entrichtung der Mautgebühren über den Brenner entfällt." Mit 44 Tonnen höchstzulässiges Gesamtgewicht dürfe zudem mehr geladen werden als bei Fahrten auf der Straße.

Seit Dezember 2010 werden auf der Strecke Wörgl - Trento elf statt fünf Abfahrten pro Richtung angeboten. Das erweiterte Streckenangebot ermöglicht den Lenkern, die von der EU verlangten täglichen Ruhezeiten einzuhalten. Überdies ermäßigt sich bei Benutzung der RoLa die Kraftfahrzeugsteuer für jede Bahnbeförderung um 15% der monatlichen Kfz-Steuer. Dieser Anreiz könnte ausgebaut werden, fordert Klacska innovative Ideen zur Attraktivierung des Schienenverkehrs. (PM)

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