Tumpel: Investitionen in Kinderbetreuung und Gesundheit

Stärkung der Inlandsnachfrage zentral für Aufschwung

Wien (OTS) - "Gerade jetzt, wo eine Erholung der Wirtschaft und
des Arbeitsmarkts erkennbar ist, gilt es in wichtige Zukunftsbereiche zu investieren", sagt AK Präsident Herbert Tumpel, "das Konsolidierungspaket der Bundesregierung zeigt in die richtige Richtung, da es Investitionen in wichtige Zukunftsbereiche wie Forschung und Energieeffizienz enthält und verstärkt große Vermögen und den Finanzsektor in die Pflicht nimmt. Dennoch braucht es dringend noch zusätzliche Investitionen in den Ausbau der Kinderbetreuung und in den Gesundheitsbereich." Zusätzlich kritisiert Tumpel, dass man sich momentan zu sehr auf die Exporte verlasse. "Einen dauerhaften Aufschwung wird es allerdings nur geben, wenn auch die Inlandsnachfrage kräftig zulegt, also wenn die Masseneinkommen steigen und sich die Situation am Arbeitsmarkt verbessert. Denn die Konsolidierung kann nur erfolgreich sein, wenn sie Rücksicht auf Beschäftigung und Wachstum nimmt", so Tumpel.

Das WIFO konnte seine Wachstumsprognose dank der guten Ergebnisse im Außenhandel etwas hinaufsetzen. Mit BIP-Wachstumsraten von 2 Prozent und knapp darüber bis 2012 befindet sich die österreichische Wirtschaft nach der tiefen Rezession wieder auf einem Wachstumskurs. Allerdings sind es weiterhin fast ausschließlich die Exporte, insbesondere nach Deutschland, die zum Aufschwung beitragen. Die privaten Konsumausgaben steigen nur mäßig und die Investitionen wachsen nur zögerlich - das birgt große Risiken. In der ersten Jahreshälfte 2011 wird mit einer Wachstumsverlangsamung gerechnet, da der Welthandel und das Wirtschaftswachstum in Übersee an Schwung verlieren. Die Ungleichgewichte und die Budgetkonsolidierungsmaßnahmen im Euroraum wirken weiter dämpfend.

"Ein nachhaltiger Aufschwung bedarf daher einer Stärkung des Konsums, wozu insbesondere die niedrigen Einkommen angehoben werden müssen", betont Tumpel, "denn laut WIFO-Prognose sind die Einkommen der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in den Jahren 2010 und 2011 rückläufig und auch die Erholung am Arbeitsmarkt verläuft schleppend." Außerdem werden die Unternehmen erst dann wieder kräftiger investieren, wenn sie sich einer kaufkräftigen Nachfrage gegenüber sehen, was die Arbeiterkammer jedoch kritisch sieht, denn:
Anstelle hoher Ausschüttungen wäre es sinnvoller, die Gewinne in Innovationen und Zukunftsinvestitionen zur Sicherung von Arbeitsplätzen zu stecken.

Auch die Budgetpolitik trägt eine wesentliche Verantwortung für die Nachhaltigkeit des Aufschwunges. Dass nun auch Vermögen und der Finanzsektor Konsolidierungsbeiträge zu leisten haben, hält Tumpel für einen Schritt in die richtige Richtung zu mehr Verteilungsgerechtigkeit. Und auch Zukunftsinvestitionen sind für die mittel- und langfristige Sicherung von Wachstum und Beschäftigung von entscheidender Bedeutung. Deshalb begrüßt Tumpel auch die geplanten Offensivmaßnahmen mit Investitionen in das Bildungssystem, in Forschung und in die thermische Sanierung, fordert allerdings weitere Investitionen für Kinderbetreuung und Gesundheit.

Rückfragen & Kontakt:

AK Wien Kommunikation
Mag.a Olivia Weiss
Tel.: (+43-1) 501 65 2641; mobil: (+43) 664 845 42 14
olivia.weiss@akwien.at
http://wien.arbeiterkammer.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | AKW0002