Grillitsch: Kein Aufatmen bei den Bauerneinkommen

Herbe Verluste aus 2009 nicht wettzumachen

Wien (OTS) - "Nach der außerordentlichen Einkommenskrise im
Vorjahr haben sich einzelne Märkte und Preise stabilisiert. Nach dem drastischen Vorjahres-Minus von durchschnittlich 28% bei den Bauerneinkommen legte das reale landwirtschaftliche Einkommen je Arbeitskraft laut der heute veröffentlichten Schätzung der Statistik Austria um 12,4% zu. "Zwar ist diese Erholung erfreulich, es kann aber die existenzbedrohenden Verluste des Vorjahres nicht einmal annähernd wettmachen - nicht einmal zur Hälfte konnte verlorenes Terrain wiedergewonnen werden", kommentierte Bauernbund-Präsident Fritz Grillitsch die jüngste Einkommensschätzung.

"Am kräftigsten fiel die Preissteigerung bei Getreide (+67%) aus, auch die Milch konnte um 13% zulegen - diese Anstiege orientieren sich am Weltmarktniveau. Entsprechend erhöhten sich auf der anderen Seite die Energiekosten (+13%) und die Preise der Futtermittel (+2%). Ganz anders stellt sich die Situation im Fleischbereich dar: Hier gingen Mengen und Preise bei Rindern, Schweinen, Schafen und Ziegen um durchschnittlich 3% zurück. Es ist gefährlich, ausgerechnet im Fleischbereich, der im Ausland stark industrie- und gentechnikdominiert ist, die Produktion zurückzufahren. Von gesunden Lebensmitteln und einem stabilen Markt profitieren Konsumenten wie Bauern gleichermaßen", stellte Grillitsch fest.

Angemessener Milchpreis und Transparenz gefordert

Dank der Marktintervention durch die EU konnte die Spekulation auch am Milchpulvermarkt gebremst werden und die Preise ziehen wieder an. "Diese Normalisierung hilft unseren Milchbauern, wieder Mut zu fassen. Jetzt muss sichergestellt werden, dass die Bauern einen gerechten Anteil an den Preissteigerungen bekommen", bekräftigte der Bauernbund-Präsident. "Nachdem die Preise insgesamt wieder anziehen, sollen die österreichischen Handelsketten den Molkereien und Bauern auch einen entsprechend höheren Milchpreis bezahlen", betonte Grillitsch. Zudem müsse auch mehr Transparenz herrschen.

"Die wirtschaftliche Situation vieler Landwirtschaftsbetriebe bleibt angespannt, die Bäuerinnen und Bauern sind weiterhin darauf angewiesen, dass die Politik möglichst stabile Rahmenbedingungen schafft", so die Schlussfolgerung von Grillitsch. Das Jahr 2009 sei für die Landwirtschaft das schwierigste der Nachkriegszeit gewesen. Auf der positiven Entwicklung von 2010 könne man jetzt weiter aufbauen.
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