Energie AG Oberösterreich zurück auf dem Erfolgspfad: Gute Erträge mit 1,98 Milliarden Euro Umsatz

Energie AG hat Effizienzprogramme genutzt und sich neu aufgestellt. Auswirkungen der angespannten Wirtschaftslage gemeistert und zurück am Erfolgspfad.

Linz (OTS/Energie AG) - Obwohl die Nachwirkungen der globalen Wirtschaftskrise den Verlauf des Geschäftsjahres 2009/2010 noch stark beeinflusst haben, hat sich die Wirtschaftslage insbesondere im 2. Halbjahr 2010 deutlich entspannt. Die zu Beginn des Jahres noch verhaltene Erholung wurde vor allem vom Warenexport und dem stabilen Konsum getragen. Der vorsichtige Aufschwung mit vielen Unsicherheiten hielt bis zum Ende des Geschäftsjahres an und wird sich aller Voraussicht nach auch noch in den kommenden Monaten fortsetzen.

Trotz dieser anspruchsvollen Rahmenbedingungen hat es die Energie AG im abgelaufenen Geschäftsjahr geschafft, entsprechend zu reagieren und den Konzern unter geänderten Bedingungen fit für die Zukunft zu machen. Für das kommende Jahr 2011 geht man in der Energie AG davon aus, dass wieder ein nachhaltiges Wirtschaftswachstum einsetzen wird.

Der Umsatz des Gesamtkonzerns steigt im Vergleich zum Vorjahr um 9,6 Prozent auf 1,979 Milliarden Euro (2008/2009: EUR 1.806 Mio.; EUR +172 Mio.). Dieses erneute Umsatzplus ist auf den erstmalig ganzjährigen Vollbetrieb des Gas-und-Dampf-Kraftwerkes Timelkam, Steigerungen im Stromvertrieb, die Ausweitung des Stromhandels sowie Erstkonsolidierungen und das weitere organische Wachstum im Segment Entsorgung und Wasser zurückzuführen.

Die abklingende Krise, vor allem aber das rechtzeitige Gegensteuern durch das Setzen von gezielten Maßnahmen und Strukturoptimierungen haben dafür gesorgt, dass nach dem Einbruch im Krisenjahr 2009 der Energie AG vor allem auch ergebnisseitig die Rückkehr auf den Erfolgsweg gelungen ist: Mit einem EBIT von EUR 128,9 Mio. konnte ein deutliches Plus von 22,2% (EUR +23,4 Mio.) verzeichnet werden. Auch hier hat sich der Vollbetrieb des Gas-und-Dampf-Kraftwerkes Timelkam und der verbesserte Ergebnisbeitrag des Stromvertriebs positiv zu Buche geschlagen. Im Entsorgungs-Bereich konnte der geplante Aufwärtstrend gehalten werden, wobei die positive operative Entwicklung durch zwei Sondereffekte belastet ist.

Ein starkes Rating sichert hohe Flexibilität in der Finanzierung und Zugang zu den Finanzmärkten. Die internationale Rating-Agentur Standard & Poor's hat im Juli 2010 das "A"-Kreditrating für den Energie AG-Konzern bestätigt. Damit wurde das Ziel erreicht, auch in konjunkturell schwierigen Zeiten ein Single-A-Rating zu halten. Gerade im Hinblick auf die seit Ausbruch der Finanzmarktkrise geänderten Rahmenbedingungen an den Kapitalmärkten hat eine gute Bonität eine besondere Bedeutung in der Sicherstellung von optimalen Konditionen in der Mittelbeschaffung am Kredit- und Kapitalmarkt.

Der durchschnittliche Personalstand im Konzern der Energie AG hat sich auf 7.294 Mitarbeiter im Geschäftsjahr 2009/10 erhöht. Der Anstieg um 413 Mitarbeiter oder 6 % gegenüber dem Vorjahr (6.881) resultiert wie auch in den Vorjahren aus Erstkonsolidierungen und dem weiteren Wachstum der Segmente Entsorgung und Wasser. Mit Ende des Geschäftsjahres 2009/10 (Stichtag 30. September) waren im Konzern 7.852 Mitarbeiter beschäftigt.

Nachhaltige Investitionsstrategie: Energie AG investiert 178,9 Millionen Euro

Unter dem Eindruck der Wirtschaftskrise wurde im Geschäftsjahr 2009/2010 die Investitionspolitik des Konzerns angepasst. Neben der konsequenten wertorientierten Ausrichtung der Projekte orientiert sich die selektive und fokussierte Investitionsstrategie verstärkt an der Absicherung der soliden Finanzposition durch Vermeidung von Neuverschuldung. Insgesamt wurden im Geschäftsjahr EUR 178,9 Mio. in Immaterielles Vermögen und Sachanlagen (-7,8%) investiert. Alleine im Segment Energie wurden im abgelaufenen Geschäftsjahr EUR 149,7 Mio. aufgewendet, die vor allem die in Versorgungssicherheit und -qualität geflossen sind. Investiert wurde unter anderem in das Pumpspeicherkraftwerk Reißeck II, den Fernwärmespeicher am Kraftwerksstandort Timelkam und das Gasspeicherprojekt "7 fields".

Die Energie AG hat seit Jahrzehnten immer wieder Meilensteine gesetzt - ob bei der Anwendung der Wärmepumpentechnologie, der Förderung der Anwendungsforschung im Bereich der Brennstoffzelle oder bei der Errichtung innovativer Kraftwerksprojekte. Ein solches Leuchtturmprojekt im Kraftwerksbereich wurde im abgelaufenen Geschäftsjahr mit dem "SolarCampus der Energie AG" in Eberstalzell umgesetzt: Österreichs größtes Sonnenkraftwerk mit 1 MW Leistung ist aber nicht nur Kraftwerk, sondern ermöglicht auf einer aus fast 5.000 Solarpaneelen bestehenden Gesamtfläche neben der Stromerzeugung gezielt auch die aktive Anwendungsforschung im Bereich der Photovoltaik.

Segment Energie: Investitionen im Erzeugungsbereich stehen an

Der Gesamtumsatz des Segments Energie beläuft sich auf EUR 1.490,6 Mio. (2008/09: EUR 1.369,4 Mio.; EUR +121,2 Mio.). Das EBIT des Segments stieg um 24,4 % von EUR 100,7 Mio. auf EUR 125,3 Mio.

Nachdem es im vorigen Geschäftsjahr 2008/2009 aufgrund der wirtschaftlich schwierigen Rahmenbedingungen zu einem deutlich Rückgang beim Stromabsatz vor allem im Bereich der Industriekunden gekommen ist, konnte der Absatz im letzten Geschäftsjahr wieder gesteigert werden (6.356 GWh, +3,2%). Insbesondere gegen Ende des Geschäftsjahres war bei der noch immer schwächeren Stromnachfrage im Industriekundensegment wieder eine leichte Erholung feststellbar. Die infolge der langfristigen Beschaffungsstrategie nach wie vor hohen Beschaffungspreise setzten den Stromvertrieb weiter unter Druck.

Im Bereich der Stromerzeugung konnte die Eigenaufbringung auf insgesamt 4.554 GWh (+8%) gesteigert werden. Obwohl die Erzeugung in den Wasserkraftwerken um knapp 4 Prozent unter dem Regelarbeitsvermögen lag, konnte dieser Abgang durch den erstmaligen ganzjährigen Vollbetrieb des Gas-und-Dampf-Kraftwerkes Timelkam mehr als ausgeglichen werden.

Um den Ausbau der Regel- und Ausgleichskapazitäten voranzutreiben und die Eigenerzeugung nachhaltig abzusichern sind im Erzeugungsbereich zahlreiche Projekte abgeschlossen, fortgeführt und auf Schiene gebracht worden. Die Beteiligung am Pumpspeicherkraftwerk Reißeck II der Verbund AG ist erfolgt, der Bau des Wasserkraftwerkes Oflek im Großarl-Tal ist in Angriff genommen. In Vorbereitung befinden sich Wasserkraftprojekte in Stadl-Paura (derzeit Behandlung eines Einspruches gegen den UVP-Bescheid), in Kleinarl (Planungen abgeschlossen, Projekt vor Einreichung) und Bad Goisern (Planungen laufen). Ebenfalls begonnen wurde mit den Planungen eines Pumpspeicherkraftwerkes in Ebensee. Anfang 2011 soll die Machbarkeitsstudie für das Projekt vorliegen.

Zur Standortsicherung in Riedersbach sind erste Planungen für den Ersatz des mehr als 40 Jahre alten Kohlekraftwerks Riedersbach I angelaufen. Wie in Timelkam soll hier mit einem Gas-und-Dampf-Kraftwerk der 400 MW-Klasse die Effizienz am Standort wesentlich erhöht werden. Für dieses Projekt wurde im Juli 2010 das Umweltverträglichkeitsprüfungs-Verfahren eingeleitet.

Darüber hinaus konnte sich die Energie AG im Geschäftsjahr Anteile am Gas-Speicher "7 fields" sichern. Mit einem Anteil am Speichervolumen von 100 Millionen Kubikmetern steht der Energie AG nach Fertigstellung des Speichers ein Instrument zur Verfügung, saisonale Lieferschwankungen optimal auszugleichen, die Versorgungssicherheit mit Erdgas zu erhöhen und neue Optionen für den Erdgaseinkauf zu schaffen.

Im Geschäftsbereich Gas wurde eine grundlegende Neuausrichtung des Teilkonzerns OÖ. Ferngas AG umgesetzt. Mit dieser Restrukturierung der Ferngas-Gruppe wird einerseits den gesetzlichen Erfordernissen Rechnung getragen, andererseits erfolgte eine Zielorientierung in Richtung Kunden zur Verbesserung des Services und der angebotenen Energiedienstleistungen. Die im 5.100 Kilometer langen Leitungsnetz an die rund 59.000 Kunden ausgelieferte Gasmenge stieg im Vergleich zum vorangegangenen Geschäftsjahr um 20,2 Prozent auf 27.316 GWh (+4.595 GWh). Zusätzlich hat die OÖ. Ferngas AG über ihre Töchter neue Geschäftsfelder erschlossen: Biomassekraftwerke (Weichstätten), Biogasanlagen (Engerwitzdorf) und der Export von Know-how ins benachbarte Tschechien und die Slowakei zur Errichtung von dezentralen Biogasanlagen sind erfolgversprechende Geschäftsfelder, die in den kommenden Jahren stark an Bedeutung gewinnen werden.

Durchaus herausfordernd ist das Geschäft im Bereich der Fernwärmeversorgung: Aufgrund des steigenden Kosten- und Umweltbewusstseins gewinnt die bequeme, saubere und günstige Versorgung mit (Fern-)Wärme immer mehr an Attraktivität. Durch vorbildhafte Umsetzung von Energieeffizienzmaßnahmen wie Vollwärmedämmung oder dem Fenstertausch ist hingegen der spezifische Verbrauch pro Kundenanlage seit einigen Jahren deutlich rückläufig. In Summe konnte die Energie AG-Konzern im Geschäftsjahr 2009/2010 einen Mehrabsatz von Wärme in Höhe von 84 GWh (+7,8%) auf insgesamt 1.170 GWh verzeichnen. Wesentlichen Anteil an diesen Steigerungen haben die Zuwächse bei Nahwärme aus dem Bereich der OÖ. Gas-Wärme GmbH (108,5 GWh, +32,3 %) und die Verdopplung der Auskopplung von Fernwärme aus der Welser Abfallverwertung WAV (63,5 GWh, +104,8%).

Durch das hervorragende Know-how im Bereich der Wärmeversorgung konnte die Energie AG Oberösterreich Wärme GmbH im Herbst ein Vorzeigeprojekt in Wiener Neustadt für sich gewinnen, bei dem eine Fernwärmeversorgung auf Basis bereits bestehender Abwärmequellen aufgebaut werden wird. Die Umsetzung hat bereits im Herbst begonnen.

Mit etwas Verzögerung durch das Genehmigungs- und Förderverfahren konnte am Ende des Geschäftsjahres Österreichs größtes Geothermieprojekt zur Fernwämeversorgung der Messestadt Ried und der Gemeinde Mehrnbach auf Schiene gebracht werden. Die Bohrungen zur Erschließung des Heißwasserstroms in fast 3.000 Metern Tiefe beginnen im Jänner 2011.

Auch im Bereich der Informations- und Kommunikationstechnologie positioniert sich die Energie AG als Schrittmacher. Bereits seit einigen Jahren sind alle 444 oberösterreichischen Gemeinden über ein flächendeckendes Glasfaser-Datennetz verbunden. In jeder Gemeinde besteht mindestens ein POP (point of presence, Zugangspunkt), den die Energie AG Oberösterreich Data GmbH gemeinsam mit Partnern im Rahmen der Breitband Infrastruktur GmbH als Carrier vermarkten kann. Die Data GmbH ist auch für den reibungslosen Betrieb des Netzwerkes zuständig, über das mittlerweile alle Dienststellen des Landes Oberösterreich und alle Raiffeisenbanken mit den zentralen Rechenzentren verbunden sind. Ebenfalls über dieses Netzwerk werden aktuell alle Gemeindeämter (Anschlussgrad am Ende des Geschäftsjahres: 85,4%) angeschlossen. Dieses Netzwerk kann auch für die Anbindung von Gemeindeeinrichtungen wie Schulen, Hort, Bauhof, Kläranlage oder Feuerwehr-Einsatzzentren über ein sogenanntes City-LAN genutzt werden. Über dieses Hochleistungs-Glasfasernetz sind auch die oberösterreichischen Spitäler und viele Gesundheitsdienstleister an das Gesundheitsnetzwerk "healix" angebunden, das österreichweit einen standardisierten Datenaustausch im Gesundheitswesen etabliert hat.

In Kooperation mit einem großen Industriepartner wurde in den letzten Jahren ein zukunftsweisendes Smart-Metering-System mit dem Markennamen AMIS entwickelt und im Netzgebiet der Energie AG Oberösterreich Netz GmbH getestet. AMIS hat sich zwischenzeitlich zu einem ausgereiften System entwickelt und steht unmittelbar vor dem flächendeckenden Rollout. Der Probebetrieb wurde im Mai 2010 mit etwa 20.000 intelligenten Stromzählern abgeschlossen. Vor einer endgültigen Rollout-Entscheidung muss allerdings abgewartet werden, welche gesetzlichen Rahmenbedingungen für Smart Metering durch das Elektrizitätswirtschafts- und
-organisationsgesetzes (ElWOG) 2010 vorgegeben werden.

Ebenfalls ein zentrales Thema im abgelaufenen Geschäftsjahr war die Elektromobilität: Die Dimension der Wahrnehmung hat sich vor allem durch das öffentliche Interesse rund um Elektroautos drastisch geändert, was einen regelrechten Hype ausgelöst hat. Die Energie AG sieht ihre Aufgabe nicht in Ankauf und Bereitstellung von verschiedensten Elektrofahrzeugen, sondern vielmehr im Aufbau der für den flächendeckenden Einsatz notwendigen Infrastruktur. Hierbei liegt das Augenmerk auf einer nachhaltigen, erneuerbaren Energieerzeugung und der sicheren Versorgung der Elektrofahrzeuge für das "Tanken" über das Stromnetz. Ein wichtiger Baustein in diesem System kommt den intelligenten Stromzählern zu: Die heuer bereits in Betrieb gegangenen Elektrotankstellen in Grieskirchen und Steyr sind bereits mit den neuen Stromzählern zur Optimierung der Ladezyklen ausgestattet. Dem Erlebnis E-Mobilität wurde im Geschäftsjahr 2009/2010 bei der Landesausstellung in Grieskirchen und vielen weiteren Veranstaltung eine breite Bühne geboten: Auf Elektrofahrrädern konnten die Ausstellungsbesucher sich selbst einen Eindruck von der Mobilität der Zukunft verschaffen - insgesamt wurden auf den Elektrofahrrädern in und um den Ausstellungsort Grieskirchen fast 40.000 Kilometer - das entspricht einer ganzen Erdumrundung -zurückgelegt.

Segment Entsorgung:
Stabile Entwicklung in CEE und massiver Anstieg der umgeschlagenen Mengen

Das Marktumfeld der Entsorgungsbranche in Europa ist nach wie vor erheblich durch die Folgen der globalen Wirtschaftskrise beeinflusst. Auch wenn sich die im letzten Geschäftsjahr auf historische Tiefststände gefallenen Wertstoffpreise schrittweise wieder erholt haben, üben produktionsbedingt geringere Abfallaufkommen, intensivere Abfallaufbereitung und Wertstoffgewinnung, legale und illegale Müllverbringungen von Österreich und Deutschland ins benachbarte Ausland und vor allem Überkapazitäten im Bereich der thermischen Verwertung massiven Druck auf die Entsorgungspreise aus. Der gegenwärtig hohe kommunale Anteil in den osteuropäischen Märkten wirkt sich auf das Segment Entsorgung, das unter der Marke AVE am Markt präsent ist, stabilisierend aus. Der Schwerpunkt des Wachstums wird deshalb vor allem beim Auf- und Ausbau von bestehenden und neuen PPP-Modellen liegen.

Im Segment Entsorgung konnte der Gesamtumsatz von EUR 328,7 Mio. um 20,3 % auf EUR 395,6 Mio. gesteigert werden. Diese Entwicklung wurde von den im Geschäftsjahr zur Ergebnisoptimierung begonnenen und fortgeführten Effizienzsteigerungsprogrammen, den Preissteigerungen bei den Wertstoffen und den stabilen Beiträgen des kommunal geprägten Geschäfts in den CEE-Gesellschaften sowie der Erstkonsolidierung von Beteiligungsunternehmen positiv beeinflusst.

Ergebnisseitig ist die positive operative Entwicklung von zwei Sonderabschreibungen negativ beeinflusst. Im Zusammenhang mit der Erzeugung von Kunststoffpellets als Ersatzbrennstoff für die Stahlindustrie, erfolgte auf Basis der Einschätzung künftiger Ergebnisse und vertraglicher Restlaufzeiten die Bildung einer Drohverlustrückstellung. Die zweite Sonderabschreibung betraf die Bildung einer bilanziellen Vorsorge für die AVE Abfallwirtschaft GmbH in Bayern aufgrund deutlicher Gewerbemüllpreisreduktionen und einer entsprechend negativen zukünftigen Markteinschätzung. Das führt im Geschäftsjahr 2009/2011 zwar zu einem negativen EBIT von EUR 1,5 Mio., stellt aber eine dauerhafte Absicherung künftiger Ergebnisse dar.

Die Entwicklung im Kernland Österreich, in Deutschland (Bayern) und in Italien (Südtirol) war auch im abgelaufenen Geschäftsjahr von schwierigen Rahmenbedingungen gekennzeichnet, wobei gegen Ende des Jahres ein Aufwärtstrend spürbar wurde. Wirkung zeigt auch die Umsetzung von Effizienzprogrammen und die erfolgte Neuausrichtung der Entsorgungs-Gruppe: Wie geplant konnte die positive Ergebnisentwicklung in den CEE-Ländern fortgeführt werden.

Mit einem gesamten Volumen von 5,2 Millionen Tonnen wurde ein neuer Höchststand erreicht. Im Vergleich zum vorangegangen Geschäftsjahr wurde die Sammelmenge um 11,9 Prozent gesteigert.

Segment Wasser:
Neue Möglichkeiten durch geänderte Rahmenbedingungen in Österreich

Im Segment Wasser konnte mit einem Umsatz von EUR 118,8 Mio. (Vorjahr EUR 107,9 Mio., +10,1%) ein EBIT von EUR 5,1 Mio. (EUR 4,5 Mio., +13,3 %) erwirschaftet werden. Das Wachstum erfolgte überwiegend akquisitionsbedingt durch die im Geschäftsjahr 2009/2010 erstmalige ergebnisrelevante Konsolidierung der tschechischen Gesellschaft VHOS a.s., die im Vorjahr erworben und bereits bilanzmäßig konsolidiert wurde. In Österreich ist es gelungen, den Wasserabsatz ohne weitere Akquisitionen zu steigern und das Dienstleistungsgeschäft deutlich auszuweiten.

In Österreich liegt die wasserwirtschaftliche Versorgung anders als in Tschechien überwiegend in kommunaler Hand. Vor dem Hintergrund eines hohen Investitionsbedarfs der Infrastruktur bei gleichzeitiger Budgetmittel-Verknappung der Gemeinden ergeben sich nun auch in Österreich Perspektiven in Richtung eines breiteren Einsatzes von PPP-Modellen, bei denen die Hoheit über die Infrastruktur und die Entscheidung über die Gebühren in kommunaler Hand bleiben. Während sich in der Slowakei nach wie vor Möglichkeiten für einen Markteintritt ergeben könnten, sind in Ungarn im Gegensatz zu den letzten Jahren keine weiteren Privatisierungs-Tendenzen mehr erkennbar.

Insgesamt wurden im Geschäftsjahr 2009/2010 im Segment Wasser 51,7 Mio. m3 Trinkwasser und 43,0 Mio. m3 Abwasser fakturiert. Das entspricht einem Zuwachs von 3,7 Mio. m3 oder 7,7 % bei Trinkwasser und 2,0 Mio. m3 oder 4,9 % bei Abwasser. Dieser Mengenanstieg resultiert in Tschechien aus dem Saldo der neu akquirierten Mengen mit der krisenbedingt leicht rückläufigen Abnahme durch bestehende Industrie- und Gewerbekunden. In Österreich entwickelte sich der Wasserabsatz im Vergleich zum Vorjahr stabil. Im Segment Wasser wurden mit Ende des Geschäftsjahres rund 1 Mio. Einwohner mit Trinkwasser versorgt und für mittlerweise 619.000 Kunden die Abwasserentsorgung durchgeführt. Das entspricht einer Zunahme der Kunden von 6,5 % bei Trinkwasser und 7,1 % bei Abwasser.

Die Fokussierung der Investitionsmittel im Konzern und die Marktentwicklung und -einschätzung in Ungarn und der Slowakei machen eine Neupositionierung der Wasser-Gruppe in diesen Märkten notwendig. Anstatt der bisherigen Landesgesellschaften in Budapest und Bratislava werden ab dem Geschäftsjahr 2010/2011 die Marktbearbeitung und Marktbeobachtung in Ungarn durch die ENERGIE AG Miskolc Kft. und in Bratislava durch eine Zweigniederlassung der Energie AG Oberösterreich Wasser GmbH durchgeführt.

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