Khol: Für Zehntausende Seniorenhaushalte Pensionsanpassung fraglich

Alleinverdienerabsetzbetrag: Khol-Appell an Abgeordnete zum Nationalrat

Wien (OTS) - Anlässlich der nun häufigen "Was ist neu 2011"-Zusammenfassungen, in welchen regelmäßig angeführt wird, Pensionisten mit einer Pension bis 2.310,- Euro würden im kommenden Jahr über bis zu 1,2% mehr Geld verfügen hält Dr. Andreas Khol, Bundesobmann des Österreichischen Seniorenbundes und amtierender Präsident des Seniorenrates ausdrücklich fest:

"Mehr als 113.000 Pensionistenhaushalte werden ab Jänner 2011 -soferne die Regierung nicht mehr einlenkt - aufgrund der Abschaffung des Alleinverdienerabsetzbetrages netto über WENIGER Geld verfügen als im Dezember 2010!"

Und Khol erklärt weiter:

"Ca. 90.000 dieser Haushalte haben eine Pension von weniger als 2.000,- Euro brutto. Ihre Pensionsanpassung beträgt bis zu maximal 24,- Euro brutto, doch durch den Verlust des AVAB von 30,- Euro erhalten sie netto weniger Geld. Und jene, die über dieser Grenze liegen und ohnehin gar keine Pensionsanpassung erhalten, verlieren den gesamten Betrag. Zum ersten Mal in der Geschichte würden in Österreich 113.000 Pensionistenhaushalte - also 226.000 Menschen -ein echtes Netto-Minus am Konto verzeichnen. Dies zu verhindern ist unser vordringlicher Auftrag in den kommenden Tagen und Wochen!"

Khol: "Abgeordnete haben Chance, diese Ungerechtigkeit zu verhindern"

"Bis zur endgültigen Abstimmung im Parlament können jetzt die Abgeordneten zum Nationalrat noch diese Ungerechtigkeit verhindern, indem sie einen Abänderungsantrag einbringen, worum ich sie auch durch einen persönlichen Brief ersucht habe. Unser Kampf geht jedenfalls weiter", so Khol abschließend.

S E R V I C E:

Im Folgenden der auszugsweise wiedergegebene Brief, den Dr. Andreas Khol gestern an alle ÖVP-Abgeordneten übermittelt hat:

Anrede!

In den Budgetverhandlungen wurde die Entscheidung getroffen, den Alleinverdienerabsetzbetrag (AVAB) für Pensionisten zu streichen. Diese Maßnahme betrifft lt. BMF 100.000 Pensionsbezieher (d.h. 200.000 Personen). In der Praxis bedeutet dies: 200.000 Menschen werden im Jänner 2011 netto weniger Pension erhalten als im Vormonat. Es wäre dies das erste Mal eine echte Netto-Pensionskürzung.

Dabei haben 85% dieser 100.000 Pensionisten eine Pension von weniger als 2.000,- Euro brutto. Die Fakten anhand eines solchen 2.000-Euro-Pensionisten: Trotz einer Pensionsanpassung von brutto 24,- Euro würde diese Person ab Jänner netto über 17,- Euro WENIGER verfügen. Und die 25.000 Pensionisten über 2.000,- Euro verlieren 30,- Euro im Monat.

Die meisten Pensionisten sind sich dieses Umstandes noch nicht bewusst. Von jenen, die es jedoch schon verstanden haben, hat uns bereits die erste Protestwelle erreicht: In nur 4 Wochen haben wir alleine zum Thema AVAB so viele Beschwerden erhalten, wie sonst zu allen Themen zusammen in einem ganzen Jahr!

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Mit diesem Brief wollen wir Dich darauf aufmerksam machen, dass WIR (die ÖVP) Jahrzehntelang gesagt haben, die Frauen mögen bei den Kindern zuhause bleiben. Und jetzt nehmen WIR genau diesen Frauen die - ohnehin geringe - Anerkennung ihrer Leistungen weg.

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Einige SPÖ-Abgeordnete haben gesagt, sie werden dem Budget so nicht zustimmen. Und wir vom Seniorenbund können diese Maßnahme nicht mittragen und müssen dagegen auftreten.

Dies ist unsere persönliche Bitte an Dich, zu überprüfen, ob nicht im Zuge der zweiten Lesung ein Abänderungsantrag zu diesem Thema eingebracht werden kann und diesen in der Folge entsprechend zu unterstützen!

Danke für Deine persönliche Unterstützung von mehr als 200.000 älteren Menschen, die ihre Einkommenssituation im Gegensatz zu Aktiven nicht mehr aus eigener Kraft ändern können!

Mit freundlichen Grüßen
Dr. Andreas Khol
Bundesobmann

Rückfragen & Kontakt:

Österreichischer Seniorenbund, Susanne Kofler, 0650-581-78-82; skofler@seniorenbund.at; www.seniorenbund.at

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