- 15.12.2010, 12:15:53
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3000 Kreuze und 24.000 Briefe gegen Kürzung der Entwicklungshilfe - BILD

Wien (OTS) - Als Zeichen des Protests gegen die drohende Kürzung
der Entwicklungshilfe in Österreich hat die Initiative
3000Kinderleben.at heute Früh 3000 Kreuze vor dem Parlament
aufgestellt - symbolisch für alle jene Kinder, deren Leben dadurch in
Gefahr sind. Außerdem sind in den vergangenen Tagen rund 25.000
Protestbriefe von empörten BürgerInnen bei den
Nationalratsabgeordneten eingelangt.
6 Uhr Früh, Dr. Karl-Renner-Ring, Wien, vor dem Parlament: Die
frostige Stimmung entspricht den Außentemperaturen. 30 VertreterInnen
von österreichischen Hilfsorganisationen stellen im Morgengrauen und
Schneegestöber 3000 kleine Holzkreuze vor dem Parlament auf. Denn
heute finden die Budgetausschussberatungen über die Entwicklungshilfe
statt. Die Kreuze sind ein Appell an jeden einzelnen und jede
einzelne Nationalratsabgeortnete, diesen dramatischen Kürzungen bei
der Entwicklungshilfe nicht zuzustimmen.
Franz Fischler, Präsident des ökosozialen Forums, betont: "Die
globale Hilfe für die Armen der Welt ist eine Verpflichtung aller
Industriestaaten. Trittbrettfahrer wie Österreich gefährden diese
notwendige Unterstützung und schwächen die notwendige internationale
Solidarität und Verantwortung. Andere EU-Staaten zeigen vor, dass
Entwicklungshilfe-Ziele auch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten
eingehalten werden können. Wir appellieren an die
Nationalratsabgeordneten, die geplanten Kürzungen zu verhindern und
schlagen eine Zweckwidmung der Flugticketabgabe für die
Entwicklungshilfe vor. Denn Österreich muss endlich wieder ein
glaubwürdiger Partner für die Menschen in den ärmsten Ländern der
Welt werden."
"In der Schweiz hat nun der Nationalrat die geplanten Einsparungen
bei der Entwicklungshilfe gekippt. Was in der Schweiz geklappt hat,
sollte auch bei uns funktionieren. Ich ersuche jede und jeden
einzelnen der österreichischen Nationalratsabgeordneten, sich gegen
die Kürzungen der Entwicklungshilfe einzusetzen", sagt
Caritas-Präsident Franz Küberl. Denn eine Kürzung der Gelder für die
operative Entwicklungshilfe um insgesamt 83 Mio. Euro hätte
dramatische Folgen für die Menschen in den ärmsten Ländern der Erde.
Mit diesem Geld könnte die Ernährung von 900.000 Menschen langfristig
gesichert und damit 3.000 Kinder vor dem Hungertod gerettet werden.
"Die Schweizer haben die dramatischen Auswirkungen der Kürzungen im
Bereich Entwicklungszusammenarbeit erkannt, ich hoffe, die
Österreichische Regierung folgt diesem Vorbild."
Ex-Finanzminister Ferdinand Lacina erklärt: "Ich bin selbst in der
Regierung auf beiden Seiten des Tisches gesessen - zuerst war ich für
Entwicklungshilfe zuständig, dann für Finanzen. Der Betrag, der
gekürzt werden soll, ist insgesamt zu gering, dass er das Budget
gefährden könnte. Aber er gefährdet die Qualität der österreichischen
Entwicklungshilfe. Es ist erst 50 Jahre her, dass Österreich selbst
Hilfe bekommen hat. Wir dürfen auch nicht vergessen, dass die
Argentinierstraße in Wien deswegen Argentinierstraße heißt, weil
Argentinien nach dem ersten Weltkrieg für die hungernden Kinder in
Österreich geliefert hat. Internationale Solidarität zu zeigen ist
somit in unserer Geschichte begründet. Ich fühle mich moralisch
verpflichtet."
Seit 40 Jahren bekennt sich Österreich immer wieder dazu, 0,7
Prozent des Bruttoinlandsprodukts für Entwicklungshilfe auszugeben.
Und immer wieder hält sich die jeweilige Bundesregierung nicht daran.
Derzeit stehen wir bei 0,3 Prozent und damit an viertletzter Stelle
im Vergleich der 15 alten EU-Staaten. 40 österreichische NGOs haben
sich zur Initiative 3000Kinderleben.at zusammengeschlossen, um die
geplante Budgetkürzung für die Entwicklungszusammenarbeit zu
verhindern.
Rückfragen:
Gabriela Sonnleitner, Caritas Österreich: 0664 384 66 11 Christian Herret, Dreikönigsaktion: 0676 880 111 071 Margit Draxl, Licht für die Welt: 0676 487 00 07 Martina Baumeister, Ökosoziales Forum: 0676 644 8041
Bild(er) zu dieser Aussendung finden Sie im AOM/Original Bild
Service, sowie im OTS Bildarchiv unter http://bild.ots.at
Rückfragehinweis:
Licht für die Welt
Margit Draxl
Tel.: +43/1/810 13 00 - 59 oder +43/676/487 00 07
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