• 15.12.2010, 10:06:03
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Vorsorgeuntersuchung und Diabetesrisiko: Apotheken tragen wesentlich zur Erkennung von Gesundheitsproblemen bei

Wien (OTS) - Die Oberösterreichische Apothekerkammer konnte vor
kurzem im Rahmen der Gesundheitsmesse in Wels strukturierte Gespräche
mit den Besuchern zu den Themen Vorsorgeuntersuchung und
Diabetesrisiko führen. Die Ergebnisse zeigen eindeutig, welchen
wertvollen Beitrag die heimischen Apotheker bei der Früherkennung von
gesundheitlichen Risikofaktoren im Allgemeinen und Diabetesrisiken im
Speziellen leisten können.

Im Rahmen der Messe "Gesund Leben", die im November in Wels
stattgefunden hat, unternahm die Oberösterreichische Apothekerkammer
einen Pilotversuch zur Gesundheitsvorsorge. Anhand von strukturierten
Gesprächen mit rund 300 Messebesuchern, deren Kernelemente zwei
Fragebögen waren, wurden gezielt jene Gesundheitsparameter des
Gesprächspartners erhoben, die auf die Notwendigkeit einer
Vorsorgeuntersuchung und auf das Risiko, an Diabetes zu erkranken,
hindeuten. Der erste Teil des Gesprächs wurde anhand eines
Fragebogens geführt, den die Oberösterreichische Apothekerkammer in
Zusammenarbeit mit der Österreichischen Diabetes Gesellschaft (ÖDG)
und der Initiative AM PLUS erstellt hat. Noch immer nehmen zu wenig
Österreicher das Angebot der kostenlosen Vorsorgeuntersuchung in
Anspruch. Ausgehend von dieser Tatsache war es das konkrete Ziel der
strukturierten Gespräche, jene Personen, für die ein
Gesundheits-Check sinnvoll erscheint, zur Vorsorgeuntersuchung zu
motivieren. "In den Gesprächen mit den Messebesuchern lieferten
Parameter wie die Familienanamnese sowie Aussagen zu Vorerkrankungen,
dem Ernährungsverhalten und anderen Lebensstilfaktoren wichtige
Hinweise für die Notwendigkeit einer Vorsorgeuntersuchung. Durch das
Vertrauen, dass die Apotheken bei der Bevölkerung generell genießen
dürfen, konnten wir auch bei der Gesundheitsmesse in Wels einen
großen Teil der Besucher dahingehend motivieren, sich einerseits mit
ihrer Gesundheit auseinander zu setzen und in der nahen Zukunft eine
Vorsorgeuntersuchung beim Arzt ihres Vertrauens in Anspruch zu
nehmen. Die Befragten, die seit längerem keine Vorsorgeuntersuchung
gemacht haben, wurden dazu angehalten, dies nachzuholen", stellt Mag.
pharm. Thomas Veitschegger, Präsident der Apothekerkammer
Landesgeschäftsstelle Oberösterreich, fest.

Diabetes-Screening: Mitarbeit der Apotheker essentiell

Ein zweiter Aspekt der Aktion am Rande der Gesundheitsmesse betraf
die Indikation Diabetes. Auch diesbezüglich diente ein Fragebogen,
den die Oberösterreichische Apothekerkammer in Kooperation mit der
Ärztekammer für Oberösterreich, der ÖDG, der OBGAM und AM PLUS im
Vorfeld akkordiert hatte, als Instrument zur Erhebung des
Risikoprofils der Gesprächspartner. Der Fragebogen "FINDRISK" wird in
Deutschland als Screeninginstrument zum Diabetesrisiko eingesetzt und
wurde als solcher vor kurzem mit dem renommierten MEDICA-Preis für
Interdisziplinäre Projekte in der Medizin ausgezeichnet. Dieser
Fragebogen wurde für Österreich adaptiert und sieht in der
Beantwortung von nur einigen wenigen Fragen vor, das Diabetes Typ
2-Risiko einzuschätzen. "Das Problem in der Früherkennung von
Diabetes ist evident - die Erkrankung bereitet im frühen Stadium
wenig Beschwerden, was dazu führt, dass bei vielen Betroffenen die
Therapie zu spät einsetzt. Weiters spielen bei Diabetes viele
Lebensstilfaktoren wie Ernährung und Bewegung eine wichtige Rolle.
Besonders in Hinblick auf Diabetes können wir enorm viel
Aufklärungsarbeit betreiben", ist Veitschegger überzeugt. Auch in
dieser Hinsicht ging das Konzept des "Feldversuches" bei der Welser
Gesundheitsmesse voll auf. "Es ist uns gelungen, die Teilnehmer
unserer Erhebungen einerseits von der Sinnhaftigkeit regelmäßiger
Vorsorgeuntersuchungen zu überzeugen und jene mit einem Risikoprofil
für eine Diabeteserkrankung zusätzlich zu einem Diabetesscreening zu
motivieren", führt Veitschegger weiter an. Von jenen Teilnehmern, bei
denen Diabetes noch nicht diagnostiziert war, wurden mehr als zehn
Prozent aufgrund ihres auffälliges Testergebnisses dazu aufgefordert,
Maßnahmen zu setzen und beispielsweise einen Blutzuckertest sowie
eine konkrete Untersuchung beim Arzt in Erwägung zu ziehen. "Wir
Apotheker erkennen in der Empfehlung einer Vorsorgeuntersuchung und
in der speziellen Beratung über Diabetes-Risikofaktoren großes
Potenzial, da wir als Vertrauenspersonen im Gesundheitsbereich großen
Einfluss auf die Patienten haben", folgert Veitschegger. "Anhand von
Beratungsgesprächen, die wie in diesem Fall mithilfe von
strukturierten Fragebögen erfolgen, können wir Apotheker definierte
Risikoparameter schnell und unkompliziert erheben und Patienten über
Vorsorgemaßnahmen informieren bzw. den Weg zum Arzt ihres Vertrauens
nahe legen. Wichtig ist daher auch eine gute Kooperation zwischen
Ärzten und Apothekern, die wir Apotheker auch sehr schätzen und
suchen", erklärt Mag. Dr. Ulrike Mursch-Edlmayr, Vorstand des
Österreichischen Apothekerverbandes.

Präzise Ermittlung des individuellen Diabetesrisikos als hilfreiches
Tool

Screeninginstrumente sind besonders im Hinblick auf Diabetes
relevant, damit Risiken frühzeitig erkannt und etwaige Folgeschäden
reduziert werden können. Prim. Univ. Doz. Dr. Raimund Weitgasser,
Präsident der Österreichischen Diabetes Gesellschaft (ÖDG), führt
dazu an: "Wir brauchen österreichweit ein strukturiertes
Diabetes-Screening-Verfahren mit Blick auf die Risikogruppen, auf das
sich alle Versorgungsebenen verständigen. Ich freue mich daher über
die tatkräftige Unterstützung der Apotheker im Versuch,
risikogefährdete Gruppen zu erkennen und hoffe, wir können diese
flächendeckend in ganz Österreich umsetzen."

Dr. Erwin Rebhandl, Präsident der Initiative AM PLUS und
Allgemeinmediziner in Oberösterreich, kann dies ebenfalls
bekräftigen: "Gerade bei Diabetes ist eine umfassende,
interdisziplinäre Patientenbetreuung notwendig. Das impliziert auch
eine enge Kooperation zwischen Arzt und Apotheker!" Auch Dr. Wolfgang
Zillig, erster Vizepräsident der Oberösterreichischen Gesellschaft
für Allgemein- und Familienmedizin schlägt in dieselbe Kerbe:
"Angesichts der stetigen Steigerung der Betroffenenzahlen bei
Diabetes Typ 2 sind breit angelegte Präventionsmaßnahmen, die vor
allem auf die präzise Ermittlung des individuellen Diabetesrisikos
hinarbeiten, essentiell".

Nach dem erfolgreichen "Test" wird die Oberösterreichische
Apothekerkammer diese Fragebögen zur Gesundheitsvorsorge und zum
Diabetesrisiko weiter einsetzen, und dadurch einen Beitrag zur
Prävention von chronischen Krankheiten und deren Folgeerkrankungen
leisten. "Ich halte den Einsatz der Fragebögen für äußerst sinnvoll.
Aufgrund des niederschwelligen Zugangs in der Versorgung sowie das
Vertrauen der Patienten, ermöglichen strukturierte Gespräche mit
unseren Kunden Risikopatienten frühzeitig zu erkennen und eine
Empfehlung abzugeben, eine rasche Diagnose eines Arzt einzuholen", so
Veitschegger abschließend.

Die in diesem Pressetext verwendeten Personen- und
Berufsbezeichnungen treten der besseren Lesbarkeit halber nur in
einer Form auf, sind aber natürlich gleichwertig auf beide
Geschlechter bezogen.

Rückfragehinweis:
Welldone GmbH, Werbung und PR
Mag. Elisabeth Kranawetvogel | Mag. Nina Bennett | Mag. Sabine Sommer | Public Relations
Lazarettgasse 19/4. OG, 1090 Wien
Tel.: 01/402 13 41-40 bzw. 37 | e-Mail: pr@welldone.at

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