AK kritisiert: Offensivpaket Kinderbetreuung fehlt

Förderung des Bundes zum Ausbau der Kinderbetreuung muss unbedingt schon 2011 fortgesetzt werden

Wien (OTS) - "Die Förderung des Bundes zum Ausbau der Kinderbetreuung muss unbedingt schon 2011 fortgesetzt werden", fordert AK Präsident Herbert Tumpel. Es ist völlig unverständlich, dass hier zunächst eine Evaluierung vorgenommen werden soll, und zwar ohne klare Perspektive, ob der Ausbau ab 2012 weiter gefördert wird. "Die besorgniserregenden Ergebnisse der Pisa-Studie insbesondere bei den Lesekompetenzen belegen einmal mehr, wie wichtig die Frühförderung ist. Hier ein Jahr zu warten wäre völlig kurzsichtig", so Tumpel. Außerdem hat die bisherige Förderung durch den Bund ihre Wirkung bereits deutlich gezeigt: Die Zahl der neu geschaffenen Kinderbetreuungsplätze hat sich fast verdoppelt, bei den Krippenplätzen hat sich das Angebot sogar fast vervierfacht. Auch die Anreize für verbesserte Öffnungszeiten zeigen eine positive Wirkung:
Es wurden fast doppelt so viele Plätze mit ausreichenden Öffnungszeiten geschaffen, das bedeutet 45 Stunden wöchentliche Öffnungszeit, Angebot von Mittagessen und maximal 25 Schließtage pro Jahr.

In den Jahren 2008 bis 2010 wurde der Ausbau der Kinderbetreuung durch den Bund mit jährlich 15 Millionen Euro gefördert. Diese Anstoßfinanzierung läuft mit Jahresende aus und bislang gibt es keine Anzeichen, dass diese auch in den kommenden Jahren fortgesetzt wird. Vielmehr will die Regierung diese Förderung einer Evaluierung unterziehen, um anschließend Wege zu suchen, wie ab dem Jahr 2012 ein weiterer Ausbau vorangetrieben werden könne. Eine Evaluierung ist aufgrund des Erfolgs nicht nötig, vielmehr haben sich die Bundesmittel als sinnvolles und wirksames Instrument für den stärkeren Ausbau von Kinderbetreuung erwiesen. Ohne rasche Behebung der Defizite in der Kinderbetreuung bleiben die Barrieren in der Frauenbeschäftigung aufrecht. Dies hat langfristig negative Folgen etwa im Bereich der Familienarmut, der Frühförderung von Kindern des Qualifikationsverlusts von Frauen und bei der Absicherung im Alter. Zudem ist die Bedeutung für die Kinder nicht zu unterschätzen: so besteht ein enger Zusammenhang zwischen früher Sprachförderung und späterer Lesefähigkeit. Der aktuelle PISA-Test hat nachdrücklich gezeigt, dass hier dringender Handlungsbedarf besteht.

Investitionen in den Ausbau der Kinderbetreuung sind aber nicht nur aus frauen- und bildungspolitischen Gründen nötig, sie sind auch gut fürs Budget. Wie eine AK-Studie gezeigt hat, rechnen sie sich bereits nach wenigen Jahren und langfristig ergibt sich dauerhaft ein Budgetplus im Volumen zwischen 78 und 86 Millionen Euro. Hier zu sparen, wäre also nicht nur politisch, sondern auch ökonomisch völlig falsch.

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