"KURIER"-Kommentar von Karin Leitner: "Lohnende Leistung"

Lehrer, die sich engagieren, sollten endlich finanziell etwas davon haben.

Wien (OTS) - Das schlechte PISA-Testergebnis der heimischen
Schüler hat auch ein Gutes: Zumindest außerhalb der streitenden Regierungsparteien wird darüber diskutiert, wie Leseschwächen fortan zu vermeiden sind. Die Eltern sollten ihre Kinder für diese Kulturtechnik begeistern, heißt es. Das klingt einfacher, als es ist:
Viele Mütter und Väter können es nicht, weil sie selbst kaum zu Büchern greifen. Bildung wird in Österreich nach wie vor vererbt. Also müssen sich die Volksschullehrer dieser von Haus aus benachteiligten Mädchen und Buben annehmen. Wie soll das gehen?, fragen manche von ihnen - bei so vielen Schülern mit so großen Problemen und so geringem Gehalt. Dass es unter den gegebenen Umständen machbar ist, zeigt eine Volksschule im 16. Wiener Bezirk. Seit Jahren gibt es dort einen Lese-Schwerpunkt (Seite 3). Der uneigennützige Einsatz der Pädagogen macht sich bezahlt: All "ihre" Kinder sind in weiterführenden Schulen erfolgreich.
Womit wieder einmal bewiesen ist: Wohl und Wehe der Schüler hängt an den Lehrern. Es ist an der Zeit, die engagierten auch finanziell zu belohnen. Geschieht das nicht, werden sie früher oder später das bieten, was den 15- und 16-Jährigen bescheinigt wird - mittelmäßige Leistungen. Oder nicht einmal mehr die.

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