vida-Kaske an ÖHV: "Ständig nach billigen Arbeitskräften zu schreien, ist der falsche Weg"

Gute Arbeitsplätze bieten, um als Branche konkurrenzfähig zu bleiben

Wien (OTS/ÖGB) - =

"Ständig nach neuen billigen Arbeitskräften zu
schreien, bringt den österreichischen Tourismus nicht weiter", reagiert vida-Vorsitzender Rudolf Kaske auf die heutigen Aussagen der ÖHV. Dass durch die Reduktion der Saisonierkontingente Arbeitsplätze zerstört wurden, weist Kaske als absurd zurück: "Wir haben genug ArbeitnehmerInnen, die im Hotel- und Gastgewerbe ausgebildet wurden. Dringend nötig wäre aber die Verbesserung der Arbeits- und Einkommensbedingungen in der Branche, auch um die Konkurrenzfähigkeit gegenüber anderen Branchen zu wahren."++++

Der Appell an die ÖHV von Seiten der Gewerkschaft vida: "Nur lamentieren führt sicherlich nicht zum Ziel! Vielleicht sollte man besser darüber nachdenken, wie man die MitarbeiterInnen im Tourismus motivieren kann. Wer nichts für die Arbeitszufriedenheit der Beschäftigten unternimmt, darf sich nicht wundern, wenn er immer wieder ohne Personal dasteht", so Kaske.

Die Beschäftigungsdauer im Tourismus ist unverändert niedrig, das Einkommen trotz Fachausbildung im Branchenvergleich gering, und die Zukunftsperspektiven sind schlecht. ArbeitnehmerInnen im Hotel- und Gastgewerbe waren 2009 im Durchschnitt nur rund 6,5 Monate beschäftigt. Jede/r zweite Tourismus-Beschäftigte verdiente 2009 pro Monat weniger als 1.481 Euro brutto. "Angesichts dieser Zahlen stellt sich wirklich die Frage, ob der Tourismus gegenüber anderen Branchen überhaupt noch konkurrenzfähig ist", so Kaske.

Ztl: Lohn- und Sozialdumping nicht vereinbar mit dem Ruf als Qualitätstourismusland =

Der Tourismus müsste endlich etwas zur Steigerung der Attraktivität für ArbeitnehmerInnen unternehmen. "Überstunden ohne Ende, mangelnde Aufstiegschancen und eine Entlohnung, die ein Drittel unter dem österreichweiten Durchschnittseinkommen liegen, führen zur Unattraktivität der Branche", weiß Kaske. Hier gelte es anzusetzen. "Doch anstatt sich ernsthaft mit diesen Problemen auseinanderzusetzen, geht man den falschen Weg. Immer wieder neue Kräfte aus dem Ausland anzuwerben ist kurzfristig der billigere Weg. Der auf Dauer erfolgreiche ist es sicherlich nicht, auch in Hinblick auf unsere Reputation als Qualitätstourismusland. Sinnvoller wäre es, für die ArbeitnehmerInnen aus dem In- und Ausland, die bereits hier sind, bessere Bedingungen zu schaffen", sagt Kaske.

"Nur jammern ist sicherlich keine Lösung, professionelle Maßnahmen sind gefragt", weiß Kaske. Daher lädt der vida-Vorsitzende die ÖHV ein, schon heute mit der Gewerkschaft darüber nachzudenken, wie MitarbeiterInnen künftig an die Branche und an ihren Beruf gebunden werden können.

Rückfragen & Kontakt:

vida-Öffentlichkeitsarbeit
Ines Schmied-Binderlehner
Tel: 01/53 444-79 263
E-Mail: ines.schmied-binderlehner@vida.at
http://www.vida.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NGB0003