Mitterlehner: Neue Rot-Weiß-Rot-Karte bringt Vorteile für Wirtschaft und Standort

Rot-Weiß-Rot-Karte gibt richtige Antwort auf demographischen Wandel und Bedarf der Wirtschaft - Wichtiges Signal für hoch qualifizierte Facharbeiter, Spitzenforscher und Manager

Wien (OTS/BMWFJ) - Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner
betonte heute bei der Präsentation der neuen Rot-Weiß-Rot-Karte die Vorteile einer qualifizierten und bedarfsorientierten Zuwanderung:
"Mit der Rot-Weiß-Rot-Karte werden wir im internationalen Kampf um die besten Köpfe konkurrenzfähiger. Durch transparente Kriterien erleichtern wir genau jenen hoch qualifizierten Menschen, die wir am dringendsten brauchen, den Zugang zum Arbeitsmarkt. Gleichzeitig geben wir damit die richtige Antwort auf den demographischen Wandel, um einen Fachkräftemangel zu Lasten der Wirtschaft zu verhindern", sagte Mitterlehner bei einer Pressekonferenz mit Innenministerin Maria Fekter und Sozialminister Rudolf Hundstorfer. Mitterlehner rechnet auf Basis einer IHS-Studie damit, dass bis zum Jahr 2030 insgesamt bis zu 100.000 Fachkräfte aus Drittstaaten von der neuen Rot-Weiß-Rot-Karte profitieren könnten.

Durch die Rot-Weiß-Rot-Karte, die sich seit heute in Begutachtung befindet, wird die Zuwanderung nach Österreich auf eine systematische Basis gestellt und kann besser gesteuert werden. "Wir schaffen ein flexibles Punktesystem für drei Gruppen von Zuwanderern aus Drittstaaten, um den Bedarf der Wirtschaft in alle Richtungen abdecken zu können. Je mehr Qualifikationen, desto mehr Punkte können erreicht werden", so Mitterlehner.

Vorteile für Top-Zuwanderer sowie besonders nachgefragte Fachkräfte

Attraktive Signale sendet die Rot-Weiß-Rot-Karte insbesondere an das international umworbene Top-Level an Zuwanderern, wie zum Beispiel Spitzenforscher oder Manager: Als Kriterien für deren Arbeitsmarkt-Zugang gelten ab Juli 2011 unter anderem eine sehr hohe Qualifikation, eine gehobene Managementposition oder eine Innovationstätigkeit. Wenn damit im neuen Kriterienkatalog 70 von 100 Punkten erreicht werden, soll diese Personengruppe auch ohne Arbeitsplatzangebot im Rahmen eines "Job-Seeker-Visums" für ein Zeitfenster von sechs Monaten nach Österreich einreisen dürfen. "Damit setzen wir ein deutliches Signal nach außen, um diese besonders gefragten und international mobilen Menschen nach Österreich zu holen", so Mitterlehner.

Gemäß dem Entwurf können Betriebe künftig auch Fachkräfte mit mittlerer Qualifikation leichter anwerben, wenn sie einen Beruf ausüben, der in Österreich nachgefragt wird und nicht durch Inländer gedeckt werden kann. Für Facharbeiter in Mangelberufen und sonstige Schlüsselkräfte gelten demnach neben Kriterien wie Berufserfahrung, Sprachkenntnisse und Alter bestimmte Verdienstgrenzen: Für Mangelberufe genügt künftig der jeweilige Kollektivvertrag bzw. die betriebsübliche Bezahlung, für sonstige Schlüsselkräfte ist ein Mindestentgelt von 60 Prozent der Höchstbeitragsgrundlage (2.520 Euro) vorgesehen, für junge Zuwanderer unter 30 reichen aber bereits 50 Prozent der Höchstbeitragsgrundlage (2.100 Euro).

Leichterer Arbeitsmarkt-Zugang für ausländische Uni-Absolventen

Erleichterungen gibt es auch für Uni-Absolventen aus Drittstaaten, die in Österreich studiert haben: "Wir wollen diese Studenten nicht mehr nur für teures Geld ausbilden und sie nach ihrem Abschluss nach Hause schicken, sondern möchten ihr Potenzial stärker nützen", so Mitterlehner. Ausländische Studenten, die ihr Studium in Österreich absolviert haben, sollen ab Juli 2011 hier bleiben dürfen, wenn sie ein adäquates Jobangebot mit einer Bezahlung von 45 Prozent der Höchstbeitragsgrundlage (rund 1.900 Euro) vorweisen können. Dann erhalten sie die Rot-Weiß-Rot-Karte. Bisher konnte diese Gruppe nur über die Schlüsselkraftregelung in den Arbeitsmarkt einsteigen. Das dort vorgesehene Mindestentgelt von 2.466 Euro war aber für Jungakademiker zu hoch angesetzt.

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