ÖAMTC begrüßt Verwendung von Biokraftstoffen als Alternative

Club fordert Nachhaltigkeit bei Produktion und Transport, technische Unbedenklichkeit und Konsumentenfreundlichkeit

Wien (OTS) - Die motorisierte Mobilität steht vor Veränderungen. Endliche Ressourcen und Umweltprobleme verlangen nach alternativen Konzepten. Eine Möglichkeit, um Herausforderungen wie zur Neige gehende Öl-Reserven, steigende Ölpreise und internationale Klimaschutzverpflichtungen zu meistern, bietet die vermehrte Verwendung von Biokraftstoffen. Anlässlich einer Präsentation im ÖAMTC Fahrtechnik Zentrum Teesdorf informierten heute die Landwirtschaftskammer Österreich und der ÖAMTC über Biokraftstoffe.

Mario Rohracher, Chef der ÖAMTC-Interessenvertretung, begrüßt grundsätzlich die Verwendung von Biokraftstoffen: "Voraussetzung ist einerseits die Einhaltung von Nachhaltigkeitskriterien, andererseits muss von der Automobilindustrie die technische Unbedenklichkeit für die Fahrzeuge garantiert werden. Darüber hinaus dürfen für die Konsumenten keine finanziellen Nachteile entstehen."

Fahrzeug-Verträglichkeit bei hohem Biospritanteil und Verfügbarkeit von Kraftstoffen mit geringem Bioanteil müssen gesichert sein

Derzeit enthalten nach einer EU-Verordnung bereits alle Kraftstoffe Biobeimischungen: Diesel enthält sieben Prozent Biodiesel (B7) und Benzin enthält fünf Prozent Ethanol (E5). Weitere Erhöhungen des Bioanteils für Benzin sind fix geplant - der Ethanol-Anteil soll auf zehn Prozent erhöht werden (E10), die Umsetzung soll stufenweise ab Oktober 2012 erfolgen. "Hier muss von Seiten der Automobilhersteller sichergestellt sein, dass ein erhöhter Bioanteil im Kraftstoff nicht zu Problemen bei den Fahrzeugen führt", bekräftigt Rohracher. Der Chef der ÖAMTC-Interessenvertretung fordert außerdem, dass für die bereits im Verkehr befindlichen Modelle die Versorgung mit geeignetem Kraftstoff gesichert sein muss. "Solange der gesamte Fahrzeugbestand mit Ottomotoren von der Automobilindustrie nicht für E10 freigegeben ist, muss die Verfügbarkeit von Ottokraftstoffen der Qualität Normal und Super mit einem Ethanolanteil von maximal fünf Prozent (E5) auch zukünftig sichergestellt sein."

Produktion und Transport unter Einhaltung von Nachhaltigkeitskriterien, keine Nachteile für Konsumenten

In Bezug auf die Nachhaltigkeit hält der Chef der ÖAMTC-Interessenvertretung fest, dass Herstellungsprozess, Energieversorgung und Transport von Biokraftstoffen möglichst umweltfreundlich erfolgen und klar überprüfbaren Nachhaltigkeitskriterien unterliegen müssen. Für Konsumenten darf es keine Nachteile geben. Kraftstoffe mit erhöhtem Bioanteil müssen weiterhin leistbar bleiben. "Hier könnte die vermehrte Verwendung von Biokraftstoffen sogar eine preisstabilisierende Wirkung haben. Insbesondere Preissprünge bei Benzin, die durch das Ansteigen der Ölpreise verursacht werden, können durch die Verwendung von Biokraftstoffen in Grenzen gehalten werden oder zumindest abgemildert werden", stellt der Chef der ÖAMTC-Interessenvertretung abschließend fest.

Mineralölsteuer ökologisieren - je mehr bio, desto günstiger

Seit 2004 gibt es in Österreich vier verschiedene Steuersätze für Benzin und Diesel. Pro Kraftstoff gelten jeweils zwei MöSt-Sätze. Der niedrigere Satz fällt beim umweltfreundlichsten Kraftstoff an, der höhere gilt für jene Sorten, die bestimmte Umweltkriterien nicht erfüllen. Die geplante stufenweise Erhöhung der biogenen Anteile ist der Ansatzpunkt für das Clubmodell einer ökologischen MöSt-Reform. Rohracher: "Zurück auf einen Basis-Steuersatz pro Spritsorte und den Bio-Anteil de facto steuerfrei stellen - also je mehr bio, desto günstiger." Für null Bioanteil fallen demnach 100 Prozent Steuern an, für 10 Prozent Bio-Anteil 90 Prozent. Das Clubmodell von zwei Basis-Steuersätzen und steuerfreien Bioanteilen begünstigt damit automatisch jede künftige Erhöhung des Bio-Anteils in Sprit.

Rückfragen & Kontakt:

ÖAMTC-Öffentlichkeitsarbeit
Dagmar Halwachs
Tel.: +43 (0) 1 711 99-1218
pressestelle@oeamtc.at
http://www.oeamtc.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | OCP0001