Industrie zu RWR-Card: Magnet für Hochqualifizierte und Aushängeschild Österreichs

IV-Wien Präsident Kapsch: Restriktionen für Hochqualifizierte vermeiden - Positionierung nach außen standortpolitisches Um und Auf

Wien (OTS/PdI) - Als "längst überfälligen Umstieg von einem Quotensystem zu einem kriteriengeleiteten Zuwanderungssystem, wie im Regierungsprogramm vorgesehen" begrüßte der Präsident der Industriellenvereinigung-Wien Mag. Georg Kapsch, heute, Donnerstag, die in Begutachtung gegangenen Entwürfe zur Änderung des Ausländerbeschäftigungs- sowie des Niederlassungs- und Aufenthaltsgesetzes. Aus Sicht der Industrie sei das Vorhaben "Rot-Weiß-Rot-Card" sehr zu begrüßen, "da wir aus wirtschaftlichen wie gesellschaftspolitischen Gründen eine proaktive Migrations- und Integrationspolitik brauchen". Dennoch gäbe es einige Punkte, die im Sinne eines zukunftsorientierten und transparenten Zuwanderungsmodells für Österreich kritisch gesehen werden und im Zuge des Begutachtungsverfahrens jedenfalls noch adaptiert werden müssten.

Kapsch betonte, es sei wesentlich, "die Mangelberufsschiene lebbar zu gestalten". Derzeit sei vorgesehen, dass nur solche Mangelberufe in Betracht kommen, bei denen in einer vorgemerkten Stelle weniger als 1,8 Arbeitslose gemeldet sind. "Das ist jedenfalls zu kurz gegriffen. Der Industrie ist zudem wichtig, dass der Erlass der Verordnung, der von den Sozialpartnern jährlich vorgesehen ist, um Mangelberufe festzulegen, jedenfalls erfolgt und es nicht wie im Entwurf vorgesehen im Belieben des zuständigen Ministers steht." Darüber hinaus gehe es um die Vermeidung von Restriktionen für Hochqualifizierte. "Es muss sichergestellt werden, dass zukünftig Hochqualifizierte für eine Zuwanderung nach Österreich gewonnen werden können", betonte der IV-Wien-Präsident. So werde es seitens der Industrie zwar positiv gesehen, dass Familienangehörige von Hochqualifizierten von der Bestimmung ausgenommen sind, vor ihrer Einreise Deutschkenntnisse vorweisen zu müssen. "Der vorliegende Entwurf weicht allerdings an mehreren Stellen von der Sozialpartnereinigung ab, die eine ausgewogene Liste an Kriterien für diese Zielgruppe vorgesehen hatte", so Kapsch. So fehle die Möglichkeit, "durch die Betonung von Zukunftsbranchen in der Säule der Hochqualifizierten besondere Schwerpunkte für die österreichische Wirtschaft zu setzen und entsprechende Talente nach Österreich zu holen". Eine Adaptierung des Gesetzestextes müsse jedenfalls erfolgen, denn gerade diese Schiene sei als Magnet für junge Höchstqualifizierte noch ohne Berufserfahrung aber auch internationale Spitzenkräfte gedacht und sollte das Aushängeschild für Österreich werden.

Der Präsident der IV-Wien unterstrich, "wir brauchen attraktive Rahmenbedingungen für Studierende und Uniabsolventinnen und -absolventen": Für diese Gruppen sollen durch das neue Gesetz bessere Rahmenbedingungen geschaffen werden, um in Österreich studieren und arbeiten zu können. "Begrüßenswert ist daher, dass zukünftig drittstaatsangehörige Akademikerinnen und Akademiker, die in Österreich studiert haben, sofort eine Beschäftigung im entsprechenden Beruf ihrer Ausbildung aufnehmen können und damit Österreich die Chancen, dieses wichtige Know how im Land zu halten, erhöht", sagte Kapsch. Die derzeit vorgesehenen 10-Wochenstunden, die ausländische Studierende während ihres Aufenthalts in Österreich arbeiten dürfen, sollten aber zumindest auf 20-Wochenstunden erhöht werden.

Die Industrie erwarte sich von den zuständigen Ressorts eine Ausgestaltung des neuen Zuwanderungssystems, "die von Weitblick und Offenheit geprägt ist. Dazu ist bei der Einführung eines kriteriengeleiteten Zuwanderungsmodells im Zuge der Rot-Weiß-Rot-Card ein Gesamtmodell zu realisieren." Rahmenbedingungen wie umfassende Information und Beratung, unbürokratische Nostrifizierung von im Ausland erworbenen Abschlüssen, Bündelung von Kompetenzen, Bewusstseinsbildung sowie Integration seien von Anfang an mit zu bedenken. "Ein wichtiger nächster Schritt ist die Gestaltung und Einrichtung eines Informationsportals im Internet, wie wir bereits 2008 gemeinsam mit der Wirtschaftskammer Österreich in unserer Broschüre 'Zukunft gestalten' vorgeschlagen haben" so der IV-Wien-Präsident. Das Portal solle das österreichische Migrationssystem übersichtlich darstellen und potenziellen Zuwandernden ein realistisches Bild über ihre Zuwanderungsmöglichkeiten, das Leben in Österreich und ihre Chancen am Arbeitsmarkt geben. "Denn die Positionierung nach außen ist aus standortpolitischer Perspektive das Um und Auf, um die besten Hände und Köpfe für Österreich zu gewinnen" sagte Kapsch.

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