Der Österreichische Arbeitsgesundheitsmonitor: 46 Prozent halten nicht bis 60/65 durch

Wien (OTS) - Insgesamt 46 Prozent der unselbstständig Beschäftigten halten es für unwahrscheinlich, dass sie bis zum regulären Pensionsantrittsalter in ihrem Beruf tätig sein können. Das ist viel weniger eine Frage der persönlichen Motivation als eine der Arbeitsbedingungen: Wer unter dem Verhalten seiner Vorgesetzten leidet, oder hohen Zeitdruck verspürt, der glaubt auch häufiger nicht daran, bis 60 bzw. 65 Jahre arbeiten zu können.

Die Unternehmer/-innen sind oft der Meinung es genüge, den Lebensstil zu verbessern: Gesündere Ernährung, mehr Bewegung und (Selbst)Motivation würden ausreichen, damit die Beschäftigten fit und vor allem leistungsfähig bis zur Pensionierung bleiben. Ignoriert wird dabei, dass es die Arbeitgeber/-innen zum größten Teil selbst in der Hand haben, ob ihre Mitarbeiter/-innen gesund und zufrieden sind. Die Schlüsselfaktoren lauten: bessere Arbeitsbedingungen, bessere Führung und besseres Arbeitsklima.

Die Zahlen des Österreichischen Arbeitsgesundheitsmonitors zeigen außerdem deutlich: Arbeitnehmer/-innen, die sich durch die Vorgesetzten, Kollegen/-innen, hohen Zeitdruck oder unregelmäßige Arbeitszeiten belastet fühlen, leiden besonders häufig unter psychischen und körperlichen Beschwerden. Arbeitnehmer/-innen ab 50 Jahren leiden häufiger unter gesundheitlichen Beschwerden als jüngere. 71 Prozent der über 50-Jährigen haben Rückenschmerzen, 66 Prozent Verspannungen im Nacken- und Schulterbereich, 55 Prozent kämpfen mit Erschöpfung und rascher Ermüdung, 52 Prozent haben immer wieder Kopfschmerzen oder sogar Migräne. Auch bei den psychischen Beeinträchtigungen zeigen sich häufig Anzeichen von Erschöpfung und Sinnverlust. Die Ursachen sind jahrelange gesundheitliche Belastungen am Arbeitsplatz.

Der Österreichische Arbeitsgesundheitsmonitor wurde auf der Grundlage von ausgedehnten Feldstudien in den Jahren 2006 und 2007 entwickelt. Er ist repräsentativ für alle unselbständig Beschäftigten in Österreich. Der Österreichische Arbeitsgesundheitsmonitor ist eine umfassende Erhebung der subjektiven gesundheitlichen Befindlichkeit von Arbeitnehmern/-innen.

Damit wird auf Basis der WHO-Definition ein breiter Gesundheitsbegriff konsequent angewendet und in Beziehung zu den Arbeitsbedingungen gesetzt: Es zeigt sich, dass den Betroffenen vielfach die Abhängigkeit ihrer Beschwerden von den Arbeitsbelastungen nicht bewusst ist.

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