Städtebund: Trend hinein in die Städte lässt Ballungszentren wachsen

"Österreichs Städte in Zahlen 2010" von Statistik Austria und Österreichischem Städtebund bildet alle Zahlen und Fakten zum Thema Städte und Gemeinden ab

Wien (OTS) - "Mehr als die Hälfte der österreichischen Bevölkerung lebt in Städten. Davon 45 Prozent in großen Städten mit 10.000 und mehr EinwohnerInnen. Der Zuzug in die Städte setzt sich ungebrochen fort", sagte Thomas Weninger, Generalsekretär des Österreichischen Städtebundes, anlässlich der Präsentation "Österreichs Städte in Zahlen 2010" am Donnerstag. "Städte sind Orte, der gesellschaftlichen und kulturellen Vielfalt, sie sind Wirtschafts- und Wachstumsmotoren", so Weninger.

Der Zuzug in die Städte bzw. Stadtregionen hält an, so sind die Städte mit über 10.000 EinwohnerInnen zwischen 2001 und 2010 um 7 Prozent gewachsen. Städte setzen als Standorte von Arbeitsplätzen oder Ziele des Tourismus nicht nur Impulse für die Wirtschaft, sondern sind darüber hinaus mit ihrer Infrastruktur wie Bildungs-Gesundheits-, Kultureinrichtungen, etc. von zentraler Bedeutung für große Einzugsgebiete.

Spürbarer demografischer Wandel

In vielen Regionen ist die Zahl bzw. der Anteil der Kinder und Jugendlichen gesunken, während die Bevölkerung im Pensionsalter zahlen- und anteilsmäßig stark an Gewicht gewonnen hat. Die erwerbsfähige Bevölkerung im Alter von 20 bis unter 64 Jahren hat in den letzten Jahren vor allem durch Zuwanderung aus dem In- und Ausland starke Zuwächse verzeichnet. Die höchsten Anteile an Kindern und Jugendlichen registrierten unter den großen Städten Lustenau (25,1%) und Telfs (24,7%), die wenigsten unter 19-Jährigen gab es in Leoben (16,2%) und Bruck an der Mur (16,4%). Demgegenüber lebten in Knittelfeld mit 4,2 Prozent und Lienz mit 3,5Prozent anteilsmäßig die meisten über 85-Jährigen, den geringsten Bevölkerungsanteil dieser Altersgruppe hatte Traiskirchen mit 1,1 Prozent.

"Durch den demografischen Wandel steigen auch die Ausgaben für die Pflege stark an. Für die Städte und Gemeinden, die über die Sozialhilfe die Pflege mitfinanzieren, wird dies zur Kostenfalle. Die Ausgaben für Gesundheit und Pflege sind der Hauptgrund für die prekäre Finanzsituation, in der Städte und Gemeinden stecken. Dieses Problem muss durch grundsätzliche Aufgabenreformen gelöst werden", fordert Städtebund-Generalsekretär Weninger.

Ausgaben und Aufgabenreform

Die Gesamtausgaben (ordentlicher und außerordentlicher Haushalt) der Städte und Gemeinden (ohne Wien) beliefen sich 2009 auf 16.987 Mio. Euro. Rechnet man jene von Wien (11.316 Mio. Euro) dazu, so ergeben sich Ausgaben von 28.303 Mio. Euro.
Betrachtet man die Ausgaben genauer, so fällt auf, dass die Basisaufgaben, also die allgemeinen Verwaltungsaufwendungen, die bei jeder Gemeinde anfallen, in etwa gleich hoch sind (Ausgaben pro Kopf bzw. pro Einwohner gerechnet), bzw. bei ganz kleinen Gemeinden von unter 2.500 vergleichsweise höher. Nimmt man jedoch die Ausgaben für den Dienstleistungsbereich hinzu (Schulen, Kinderbetreuung, Soziales, Gesundheit, Straße und Verkehr), so wachsen die Ausgaben der großen Städte überproportional an. Weninger: "Daraus kann man zwei Schlüsse ziehen: Einsparungen im Verwaltungsbereich sind durch Verwaltungszusammenlegungen möglich. Und: Die Funktionen, die Städte für ihr Umland erfüllen, müssten im Finanzausgleich wesentlich stärker berücksichtigt werden, er sollte sich nicht nur an der Einwohnerzahl, sondern an den tatsächlichen Aufgaben orientieren", so Weninger. So sind die Qualitätsstandards der Leistungen sehr unterschiedlich: Städte bieten z.B. wesentlich mehr Ganztagsbetreuungsplätze für Kinder an.

Kinderbetreuung ausgeweitet

Die Bereitstellung von Kinderbetreuungseinrichtungen ist neben Gesundheit und Verkehr eine der wichtigsten Infrastrukturleistungen der Städte und Gemeinden. So besuchten 2008/09 etwas mehr als 89.100 Kinder die rund 1.950 Kindergärten der 72 großen Städte, daneben waren in über 700 Kinderkrippen mehr als 15.000 Kinder untergebracht. Insgesamt wurden in den Kindertagesheimen (Krippen, Kindergärten, Altersgemischte Betreuung und Horte) rund 157.000 Kinder betreut (rund 114.00 davon in den Landeshauptstädten), der Anteil der Kinder mit nichtdeutscher Muttersprache lag bei 36,8 Prozent. "Bei Bereitstellung von Kinderbetreuungsplätzen gerade auch zu Beginn des verpflichtenden Kindergartenjahres haben Österreichs Städte viel geleistet. Es zeigt sich, dass die Städte die Hauptverantwortung für die allererste Bildung und die Integration tragen", so Weninger.

"Österreichs Städte in Zahlen"

"Österreichs Städte in Zahlen" ist ein Kooperationsprojekt von Österreichischem Städtebund und der Bundesanstalt Statistik Österreich. Die Publikation ersetzt seit 2007 das "Statistische Jahrbuch Österreichischer Städte", das seit 1950 über demografische, ökonomische, ökologische und soziale Aspekte der Städte berichtet.

Informationen über den Österreichischen Städtebund

Der Österreichische Städtebund ist die kommunale Interessenvertretung von insgesamt 246 Städten und größeren Gemeinden. Etwa 65 Prozent der Bevölkerung und 71 Prozent der Arbeitsplätze befinden sich in Österreichs Ballungsräumen.
Mitglieder des Städtebundes sind neben Wien und den Landeshauptstädten praktisch alle Gemeinden mit über 10.000 EinwohnerInnen. Die kleinste Mitgliedsgemeinde zählt knapp 1.000 EinwohnerInnen. Die Mitgliedschaft ist freiwillig. Neben dem Österreichischen Gemeindebund, der die kleineren Gemeinden vertritt, ist der Österreichische Städtebund Gesprächspartner für die Regierung auf Bundes- und Landesebene und ist in der österreichischen Bundesverfassung (Art. 115 Abs. 3) ausdrücklich erwähnt. (Schluss)

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