Zugang zu Wasser als Menschenrecht

Die Stadt Wien unterstützt den Wassersektor in der Entwicklungszusammenarbeit

Wien (OTS) - Anlässlich der diesjährigen entwicklungspolitischen Fachtagung sprachen am 6. Dezember 2010 im Wiener Rathaus Expertinnen und Experten zu aktuellen Fragen rund um das Thema Wasserversorgung und Siedlungshygiene. Denn Wasser stellt nicht nur die Basis allen Lebens dar, sondern ist auch für die globale Entwicklung ein fundamentales Handlungsfeld. Deshalb haben die Vereinten Nationen heuer den Zugang zu reinem Wasser und zu Sanitärversorgung als Menschrecht erklärt. Dennoch avanciert Wasser zunehmend zur Handelsware bei gleichzeitig knapper werdenden Ressourcen.

Gegen Privatisierung im Wassersektor

Gemeinderätin Susanne Bluma eröffnete die Veranstaltung, an der rund 200 Personen teilnahmen und betonte den Standpunkt der Stadt Wien. Im Sinn der Daseinsvorsorge und der Wahrung der öffentlichen Infrastruktur garantiert die Stadt Wien den Zugang zu Wasser, setzt sich gleichzeitig für eine nachhaltige Wassernutzung und gegen Privatisierung im Wassersektor ein. Seitens der Wiener Wasserwerke erläuterte Walter Kling, der auch Geschäftsführer der Internationalen Arbeitsgemeinschaft der Wasserwerke im Donaueinzugsgebiet (IAWD) ist, die Möglichkeiten des Know-how Transfers beispielsweise für die Staaten am Mekong in Südostasien. Der Journalist Uwe Hoering referierte Beispiele zu den negativen Auswirkungen der Privatisierung für die KonsumentInnen anhand des Wassermanagements in Manila und unterstrich die Bedeutung einer kommunalen Versorgung. Frau Suman, indische Expertin für Wasser- und Menschenrechtsfragen, brachte ergänzend die Sichtweise der von Privatisierung und Wassermangel betroffenen Agrargesellschaften in den Entwicklungsländern ein.

Wien hilft in Haiti

Die Stadt Wien nimmt auch im Wassersektor die internationale Solidarität ernst und setzt gemeinsam mit dem Arbeiter-Samariter-Bund in Haiti ein Großprojekt zum Bau von Gesundheitsstationen, Brunnen und Toilettenanlagen um. Nach dem verheerenden Erdbeben Anfang des Jahres gilt Haiti als ärmster Staat der Welt, dessen BewohnerInnen aktuell in Ermangelung sauberer Wasserver- und entsorgung an Cholera leiden. Die von der Stadt Wien finanzierten Brunnen zeichnen sich durch Qualitätsstandards aus, so Projektleiter Josef Riener vom ASBÖ, die es der Bevölkerung möglich machen, sich über diese Handpumpen ohne aufwendige technische und finanzielle Folgen mit sauberem Trinkwasser zu versorgen.

Wasser bleibt knappes Gut

Das Resümee dieser von der Magistratsdirektion-Auslandsbeziehungen der Stadt Wien und der Agentur Südwind organisierten Veranstaltung war eindeutig: Wasser wird auch in Zukunft ein knappes Gut bleiben, zu dem viele Menschen nur ungenügend Zugang finden können. Schon heute haben eine Milliarde Menschen kein sauberes Trinkwasser und 2,5 Milliarden keine sanitäre Entsorgung zur Verfügung. Die Herausforderungen für die globale Entwicklung bleiben jedenfalls enorm, bedenkt man, dass laut Schätzungen der Vereinten Nationen im Jahr 2025 die Zahl der Menschen ohne adäquaten Wasserzugang bereits drei Milliarden erreichen wird.

o Pressebild: www.wien.gv.at/gallery2/rk/run.php?g2_itemId=4516

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