GLOBAL 2000 fordert: BM Berlakovich muss Klimaschutz-Blockade in Cancun beenden!

Österreich forciert Klima-Bilanzfälschung um rund 450 Gigatonnen CO2 - die Welt braucht Klimaschutz und keine Bilanztricks

Wien/Cancun (OTS) - Bei der Klimakonferenz in Cancun spitzen sich die Verhandlungen um ein Waldschutzabkommen zu. Österreich spielt bei diesen Verhandlungen bis dato eine unrühmliche Rolle. "Die Vorschläge Österreichs zur Erfassung von Emissionen aus der Waldnutzung kann man schlichtweg als Bilanzfälschung bezeichnen", so Johannes Wahlmüller, Klimaschutz-Experte der Umweltschutzorganisation GLOBAL 2000. Die globalen Wälder speichern Jahr für Jahr gewaltige Mengen CO2, das sonst in die Atmosphäre gelangen würde. Ihr Schutz ist ein Ziel der Klimaverhandlungen in Cancun. "Wird Wald gerodet, entsteht CO2, das auch bilanziert werden muss. Österreich versucht mit allen Mitteln genau dies zu verhindern", so Wahlmüller.

"Wenn sich die österreichische Position durchsetzt können nach unseren Schätzungen bis zu 450 Gigatonnen CO2 zusätzlich in die Atmosphäre gelangen ohne dass sie in der Klima-Bilanz aufscheinen. Das wäre für das Klima eine Katastrophe und würde die EU-Klimaziele völlig verwässern", so Wahlmüller. Die UmweltschützerInnen von GLOBAL 2000 fordern Minister Berlakovich auf, die österreichische Position angesichts dieser Faktenlage zu revidieren. "Minister Berlakovich muss den Weg für eine faire Bilanzierung von Waldemissionen frei machen, dann kann in diesem Verhandlungsstrang ein rascher Abschluss gefunden werden", so Wahlmüller.

Paradoxerweise verlangen die Industrienationen von den Entwicklungsländern, ihre Wälder als Senken zu erhalten. "Würde der österreichische Vorschlag weltweit angewendet, könnten die globalen Wälder soweit abgeholzt werden, dass sie ihre Senkenfunktion völlig verlieren - und es würde in keiner Bilanz aufscheinen," so Wahlmüller. "Das kann noch zu einem großen Problem werden, denn warum sollten die Entwicklungsländer härtere Regeln akzeptieren als die Industriestaaten. Umweltminister Berlakovich muss die österreichische Position deshalb grundlegend überdenken, wenn Cancun noch zu einem Erfolg für den Klimaschutz werden soll", so Wahlmüller abschließend.

Johannes Wahlmüller ist der NGO-Vertreter in der österreichischen Delegation bei der Klimakonferenz in Cancun.

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