Brunner: Berlakovich spielt bei Cancún-Klimaverhandlungen problematische Rolle

CO2-Endlager sind keine Lösung des Klimaproblems

Cancún, Wien (OTS) - Landwirtschaftsminister Berlakovich hat in Paris sein Flugzeug nach Cancún verpasst und sich groß darüber aufgeregt. "Diese Aufregung des Landwirtschaftsministers vermisse ich, wenn er die Klimaziele Österreichs nicht nur knapp verpasst, sondern um Längen. Österreich zählt zu den Klimasündern, statt 13% CO2 gegenüber 1990 einzusparen, stößt Österreich jetzt um 11% mehr aus. Da wäre große Aufregung angebracht. Berlakovich muss also endlich handeln und Klimaschutz in Österreich machen, und ich erwarte mir schon bei der Konferenz hier in Cancún ein entsprechendes Auftreten von ihm", fordert Christiane Brunner, Umweltsprecherin der Grünen, aus Cancún.

In Cancún wird wieder deutlich gemacht, dass wir nicht mehr viel Zeit haben und die Emissionen global sinken müssen. Bei den Verhandlungen könnte es zwar in einigen Punkten kleine Fortschritte geben, aber es stehen auch große Brocken an, berichtet Brunner. Im Moment sieht es so aus als könnte CCS (Carbon Caputure and Storage) als Clean Development Mechanism (CDM) anerkannt werden. "Das wäre fatal. CCS ist eine Risikotechnologie. Das Speichern von CO2 im Boden ist nichts anderes als ein Endlager für CO2. Niemand kann heute sagen, wie lange die Speicher dafür reichen und Sicherheitsgarantie gibt's keine. Das ist keine Lösung für den Klimawandel, sondern nur ein Verschieben des Problems. Letztlich sollen damit nur fossile Kraftwerke weiterhin eine Rechtfertigung haben. Ich erwarte mir hier von Landwirtschaftsminister Berlakovich ein klares Nein dazu!" so Brunner.

Problematisch bleibt nach wie vor die Position Österreichs zum LULUCF-Programm. Dabei geht es um Emissionen der Forstwirtschaft und Landnutzung. Österreich will Schlupflöcher herausverhandeln, die global angewandt dazu führen können, dass Wälder nicht geschützt sind und weniger CO2 aufnehmen können. "Österreich darf hier nicht nur auf den eigenen Vorteil schauen. Es geht hier um ein globales Abkommen und globale Regelungen, da müssen auch die globalen Auswirkungen der eigenen Position berücksichtigt werden", so Brunner. Am Donnerstag ist die Rede von Berlakovich im Plenum. "Bis dahin erwarte ich, dass Österreich hier eine klimaverträgliche Position einnimmt", so Brunner.

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