Welt-Klimakonferenz: Greenpeace veröffentlicht viertes COOL IT-Ranking

Cisco führt erneut, Google bei politischem Engagement an der Spitze

Cancún/Wien (OTS) - Greenpeace veröffentlichte bei der Klimakonferenz in Cancún die vierte Ausgabe des Firmenrankings Cool IT, das siebzehn weltweit führende IT-Unternehmen nach ihren Leistungen im Klimaschutz bewertet. An der Spitze des aktuellen Firmenrankings Cool IT stehen diesmal - in absteigender Reihenfolge -Cisco, Ericsson und Fujitsu. Ganz unten in der Liste stehen Panasonic, SAP und Oracle. Google liegt beim politischen Engagement ganz vorne, Microsoft hingegen fällt aufgrund von Negativ-Lobbying um um fünf Plätze auf Platz zwölf zurück und hat ebenso wie Nokia (nur Platz neun) ordentlichen Aufholbedarf. "Insgesamt rühmt sich die IT-Branche oft und gerne, die weltweiten CO2-Emissionen durch energieeffiziente Technik bis zum Jahr 2020 um fünfzehn Prozent senken zu können. Bisher haben die IT-Unternehmen jedoch eine Politik der kleinen Schritte verfolgt, statt erfolgreiche und revolutionäre Lösungen in dem Ausmaß und Tempo bereitzustellen, für das sie bekannt sind", sagt Greenpeace-Sprecherin Claudia Sprinz.

Der US-amerikanische Konzern Cisco hat erkannt, dass intelligente Lösungen zur Einsparung von Treibhausgas-Emissionen attraktive Geschäftsmöglichkeiten eröffnen und den Schwerpunkt seiner Geschäftsstrategie deshalb zunehmend auf CO2-arme Technologien gelegt. Dadurch besteht für das Unternehmen ein starker Anreiz, sich öffentlich für wirksame Klimaschutzmaßnahmen einzusetzen.

Google ist beim politischen Engagement an erster Stelle. Die ist vor allem auf das politische Engagement in Kalifornien zurück zu führen. Arnold Schwarzenegger hat in Kalifornien ein striktes Klimaschutzgesetz zur Reduktion von Treibhausgasemissionen durchgesetzt. Dieses Gesetz war der Ölindustrie ein Dorn im Auge. Die sogenannte "Proposition 23" hatte zum Ziel, dass dieses Gesetz vorerst ausgesetzt werden sollte. Während die Ölmultis diesen Antrag zur Aufweichung des Klimaschutzgesetzes mit einem Millionen-Werbeetat unterstützten, hat sich Google gemeinsam mit Cisco und HP für die Beibehaltung des Klimaschutzgesetzes engagiert. Diese Bemühungen haben sich gelohnt, denn kürzlich wurde das Klimaschutzgesetz von den kalifornischen WählerInnen mittels Volksentscheid bestätigt. Aufholbedarf hat Google jedoch bei der Reduktion der eigenen Treibhausgasemissionen.

Microsoft und Intel wurden Punkte für ihre Mitgliedschaft im problematischen Unternehmerverband "Business Europe" abgezogen. Business Europe wurde 2010 für den Worst EU Lobbying Award in der Rubrik "Worst Climate Lobbying" nominiert. Aber auch IBM, Panasonic, Sharp, Sony und Toshiba kassierten für Negativ-Lobbying Abzugspunkte.

"Nicht nachhaltige Unternehmen haben in der Debatte um die Energiepolitik nach wie vor die Oberhand. Dies zementiert den Status quo und behindert den Aufbau einer klimaverträglichen Wirtschaft. Damit der Klimakollaps ausbleibt und die Rahmenbedingungen für eine nachhaltige Energiezukunft geschaffen werden, ist aber ein hohes Maß an Engagement von allen Seiten notwendig - angefangen bei den Staats-und Regierungschefs, die in Cancún endlich ein wirksames internationales Klimaschutzabkommen in die Wege leiten müssen, bis hin zu den Unternehmen, die gefordert sind, alle Potenziale zur Senkung der Treibhausgas-Emissionen auszuschöpfen. Die Devise für alle lautet: Durchstarten, bevor es zu spät ist", fordert Sprinz abschließend.

Rückfragen & Kontakt:

Claudia Sprinz, Greenpeace Österreich; Tel.: 0664 6126731
Melanie Beran, Greenpeace Österreich; Tel.: 0664 6126718

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