AK Pendlertag 1: Neue Ticket-Regelung muss entschärft werden

AK Präsident Tumpel fordert mehr Kundenfreundlichkeit / 46 Prozent in AK-Umfrage: Zug-Angebot gerade noch ausreichend

Wien (OTS) - Mit Fahrplanwechsel zum 12. Dezember wird es im Nahverkehr österreichweit nur mehr Selbstbedienungsstrecken geben. Damit ist ein Einsteigen nur mehr mit gültigem Fahrschein erlaubt. Nicht nur Schwarzfahrern, sondern auch zahlungsbereiten Nahverkehrskunden, die etwa wegen defekter Fahrkartenautomaten oder langer Schlangen vor dem Automaten kein Ticket kaufen konnten, drohen damit Strafzah-lungen von mindestens 65 Euro. Laut ÖBB muss der Kunde aber beweisen, dass ihm ein Ticketkauf etwa wegen defekter Automaten nicht möglich war. "Die Bahn muss hier viel kundenfreundlicher mit Ihren besten Stammkunden, den PendlerInnen umgehen", sagt Tumpel dazu. Er fordert mehr Kulanz und vor allem eine Umkehrung der Beweislast auf die Bahn statt auf die Fahrgäste. Die AK verteilt heute auf allen für PendlerInnen wichtigen Umsteige-Bahnhöfen 80.000 Pendlerfahrpläne, um die PendlerInnen über Änderungen im neuen Fahrplan zu informieren. Nach einer aktuellen Umfrage unter mehr als 500 BahnpendlerInnen nannten 46 Prozent der Befragten das jetzige Zugangebot gerade noch ausreichend.

Aus Sicht der AK kommt es beim neuen Fahrplan in den Kernzeiten zwar vielfach nur zu Veränderungen im Minutenbereich - "Ärgerlich ist aber, dass Fahrgäste zum Teil ihre Anschlüsse nicht wie gewohnt erreichen." Ein Beispiel: Für Pendler aus Traisen fährt der morgendliche Zug nach St. Pölten 12 Minuten später. Sie verpassen ihren Anschluss zum IC nach Wien um 3 Minuten. Sie haben künftig die Wahl: Jeden Tag eine viertel Stunde früher los fahren oder täglich später zur Arbeit zu kommen.

Nach einer aktuellen AK-Umfrage unter über 500 BahnpendlerInnen sagte fast jeder zweite schon vor dem Fahrplanwechsel, dass das aktuelle Fahrplanangebot gerade noch ausreichend ist. Insbesondere in den frühen Morgenstunden und am Abend wünschen sich die PendlerInnen mehr, nicht weniger Verbindungen. So erklärte etwa jede Dritte PendlerIn, dass sie mehr Züge zwischen 3:00 und 8:00 bräuchte. Auch wer in den Abend hinein arbeiten muss, sieht sich beim Fahrplan benachteiligt. Dass die ÖBB mit ihren Fahrplänen bislang nicht auf die Bedürfnisse von PendlerInnen im Handel oder auch von jenen, die Weiterbildungsmaßnahmen am Abend besuchen, eingegangen ist, zeigt die Forderung von etwa 30 Prozent der Befragten nach mehr Zug-verbindungen in den Abendstunden zwischen 18:00 und 21:00.

"Einerseits wird jetzt viel Geld in den Ausbau von Schienen und Bahnhöfen investiert, gleichzeitig aber die PendlerInnenwünsche nicht ausreichend berücksichtigt", so Tumpel. Er forderte gemeinsame Anstrengungen von ÖBB, Bund und Ländern, um den öffentlichen Verkehr attraktiver für die BerufspendlerInnen zu machen. "Die Fahrt zur Arbeit muss leichter, nicht immer schwieriger werden.

(Forts)

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