FPÖ: Strache (2): Besondere Beziehung Europas zu Israel

Ablehnung aller totalitären Ideologien - Israel ist durch das Band der gemeinsamen christlich-jüdischen Werte untrennbar mit Europa verbunden

Wien (OTS) - "Israel ist ein Land, zu dem wir Europäer eine besondere Beziehung haben und für das wir eine besondere Verantwortung tragen", erklärte FPÖ-Bundesparteiobmann HC Strache zu seiner Reise. "Denn dieses Land wurde in der Hauptsache gegründet und aufgebaut von Menschen, die aus Europa kamen, einem Kontinent, den manche von ihnen freiwillig verlassen haben, den die meisten aber auf der Flucht vor Diskriminierung, Verfolgung und vor der Shoah hinter sich lassen mussten. Hier im Nahen Osten, auf diesem geschichtsträchtigen Boden, haben sie einen neuen Staat errichtet und ihn zu einer blühenden Gemeinschaft entwickelt", so der FPÖ-Obmann.

"Als Österreicher ist mir bewusst, dass es Theodor Herzl war, der mit seinen Schriften die Gründung Israels vorbereitet hat, vor allem mit seinem programmatischen Buch "Der Judenstaat" und seinem utopischen Roman "Altneuland". Herzl war ein deutsch-bewusster Burschenschafter mit jüdischen Wurzeln. Auf dieser Basis entwickelte er den Zionismus, war Kosmopolit und geistiger Staatsgründer. Das sind keine Widersprüche", betonte Strache. "Denn nur wer sein eigenes Volk liebt, kann auch anderen Völkern Wertschätzung entgegenbringen. Theodor Herzl kann uns in seiner geistigen Größe und Begeisterungsfähigkeit auch heute ein großes Vorbild sein."

"Israel wurde gegründet in einem Gebiet, das seit Jahrtausenden umkämpft ist und das viele wechselnde Herren erleben musste, angefangen von den Babyloniern über die Römer, die Araber, die Kreuzritter bis hin zu den Engländern. Dadurch wurde diese Weltregion geprägt", so Strache. "In Israel fand das jüdische Volk, nachdem es in die Diaspora vertrieben worden war, endlich wieder eine neue und doch so alte Heimat."

Strache stellte klar: "Die Freiheitliche Partei Österreichs bekennt sich voll und ganz zum Existenzrecht Israels. Auch Israels Recht zur Selbstverteidigung wird von uns nicht in Frage gestellt. Und wir als Österreicher werden alles versuchen, aus unserer neutralen Position heraus zu einer friedlichen und für alle Seiten gerechten Lösung des Konflikts zwischen Israel und den Palästinensern beizutragen. Österreich stand schon in der Vergangenheit neutral zwischen den großen Militärblocken und genoss zu Recht einen hervorragenden Ruf für seine neutrale Vermittlerrolle. Und die Freiheitliche Partei setzt alles daran, diese Tradition fortzuführen und mit neuem Leben zu erfüllen, eine Tradition, die besonders verknüpft ist mit unserem ehemaligen Bundeskanzler Bruno Kreisky, einem großen Österreicher mit jüdischen Wurzeln. Es ist uns ein besonderes Anliegen, diese Tradition der neutralen Vermittlung bei Krisen wiederzubeleben, da die Bundesregierung dies schon seit langem vernachlässigt."

Israel stehe aber heute wie die gesamte westliche Welt einer neuen Bedrohung gegenüber: dem radikalen Islamismus, der sich aus Fundamentalismus und Fanatismus speise. "Gegenüber dieser extremistischen Ausprägung einer Religion, welche politisch missbraucht wird, kann und darf man nicht neutral sein", hob Strache hervor. "Der radikale Islamismus findet sich heute überall in der westlichen Welt, von Wien über Paris bis nach New York. Diese Ideologie steht den christlich-jüdischen Wurzeln des europäischen Abendlands diametral und unvereinbar entgegen. Bewusst eingeschleuste Hassprediger propagieren in Moscheen den Heiligen Krieg, in islamischen Religionsbüchern werden sogenannte "Märtyrer" mit Maschinengewehren und Handgranaten verherrlicht, und islamistisches Kopftuch und Burka sind in westlichen Metropolen kein seltener Anblick mehr. Diese Fanatiker predigen den Gottesstaat, sie attackieren den Laizismus und die Errungenschaften des Humanismus und der Aufklärung, und sie wollen die Gleichberechtigung der Geschlechter rückgängig machen. Auch in der Türkei, die immerhin Mitglied der Europäischen Union werden will, sind derart gefährliche Tendenzen zu beobachten, dort aber nicht im Untergrund, sondern von Staats wegen. Unter Ministerpräsident Erdogan hat die türkische Gesellschaft begonnen, sich in Richtung Islamismus zu entwickeln", warnte der FPÖ-Bundesparteiobmann.

"Ein solches mittelalterliches Glaubensbild darf aber in unserer westlichen Wertegemeinschaft, der auch Israel angehört, keinen Platz haben. Fanatismus jedweder Art muss entschieden Einhalt geboten werden, gleichgültig von welcher Seite er kommt. Die Freiheit der westlichen Welt wurde über Jahrhunderte hinweg unter großen Opfern mühsam erkämpft. Daher kann und darf es nicht angehen, dass wir unsere Errungenschaften wie Demokratie, Meinungsfreiheit und Gleichberechtigung auch nur ansatzweise preisgeben", so Strache.

"Wir lehnen alle totalitären Ideologien ab, gleichgültig ob sie jetzt Faschismus, Nationalsozialismus, Kommunismus, Stalinismus oder Islamismus heißen. Ebenso lehnen wir auch alle Ideologien ab, die auch nur im Entferntesten den Terrorismus gutheißen, fördern oder praktizieren. Gerade heute stehen wir wieder aktuellen islamistischen Terrordrohungen gegenüber. Die Bomben dieser Fanatiker zielen nicht nur auf Gebäude und Menschen, sie zielen mitten ins Herz unserer Gesellschaft. Mit ihren Drohungen und ihren Taten wollen sie uns schwach und zaghaft machen, wollen sie unsere Demokratie sturmreif machen für die ideologische Übernahme und Vorherrschaft des radikalen Islamismus. Und genau das werden wir nicht zulassen", erklärte Strache.

"Ich habe Israel bereits einmal im Jahr 2002 mit einer Delegation der Freiheitlichen Partei besucht. Damals habe ich auch die Holocaust-Gedenkstätte und das Museum in Yad Vashem besucht, ein ausgesprochen bedrückendes Erlebnis. In Yad Vashem sieht man, welche grauenvollen Auswirkungen ideologischer Fanatismus hat. Wir müssen alles daran setzen, dass sich derartiges nie mehr wiederholt, ganz gleich unter welchem ideologischen oder politisch-religiös motivierten Tarnmäntelchen", erklärte Strache.

"Israel wird in uns immer einen Freund und Dialogpartner haben, denn dieses Land ist durch das Band der gemeinsamen christlich-jüdischen Werte untrennbar mit Europa verbunden. Israel ist ein wichtiger befreundeter Staat Österreichs. Ich wiederhole es noch einmal nachdrücklich, dass wir uns voll und ganz zum Existenzrecht Israels innerhalb sicherer und völkerrechtlich gültiger Grenzen bekennen. Und ich wünsche Israel von ganzem Herzen eine glückliche Zukunft in Frieden, Freiheit und Sicherheit, wozu wir gerne auch unseren uns möglichen Beitrag als neutraler Vermittler zur Verfügung stellen", so Strache abschließend.

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