Beatrix Karl überreicht hohe staatliche Auszeichnungen an verdienstvolle Persönlichkeiten

Dank für großes Engagement im Dienst der Wissenschaft und Forschung

Wien (OTS) - Wissenschafts- und Forschungsministerin Dr. Beatrix Karl überreicht heute im Audienzsaal des Wissenschaftsministeriums hohe staatliche Auszeichnungen an Heinz Brandl, Wolfgang Mazal, Gerhild Hansen, Ingrid Kaltenbach, Norbert Vana, Harald Harbich und Horst Pleiner. Die Ministerin bedankt sich bei den Geehrten "für das große Engagement im Dienste der Wissenschaft und Forschung. Sie alle leisten vor allem auch einen Beitrag, Wissenschaft und Forschung sichtbar zu machen."

Em. O. Univ.-Prof. Dipl.-Ing. Dr. h.c.mult. Dr. Heinz Brandl wird mit dem Großen Silbernen Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich ausgezeichnet. Seine Forschungsschwerpunkte liegen u.a. im Bereich Bodenstabilisierungen mit Kalk, Zement und Chemikalien, Stützkonstruktionen, Geo-Kunststoffe und die Geothermik. Ziel seiner praktischen Tätigkeit war stets die enge Verknüpfung von Wissenschaft und Forschung, was insbesondere seinen Studierenden an der TU Wien zu Gute kam. Seine herausragende wissenschaftliche Arbeit führte in vielen Fällen zur Rettung von einsturzgefährdeten Bauwerken und damit zur Rettung wertvoller Kulturgüter. Professor Brandl war von 1978 bis 1981 Ordentlicher Universitätsprofessor für Bodenmechanik, Felsmechanik und Grundbau an der TU Graz, anschlie-ßend wechselte er an die TU Wien und war von 1981 bis 2008 Vorstand des Instituts für Grundbau, Boden- und Felsmechanik. Brandl ist Ehrendoktor der Universitäten Bratislava, Maribor und Bukarest.

Mit dem Großen Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich wird Univ.-Prof. Dr. Wolfgang Mazal geehrt. Mazal lehrt Arbeits- und Sozialrecht an der Universität Wien und vertritt das Fach Medizinrecht an den Medizinischen Universitäten Wien und Graz. Er ist zudem Dozent an der PEF Privatuniversität für Management. Mazals Forschungsstandpunkt ist der Mensch als zoon politikon, welches einerseits zur Individualität berufen ist, andererseits aber seiner Individualität als Mensch nur gerecht werden kann, wenn sie in soziale Bezüge eingebettet gelebt wird. Die Findung einer Balance von Individualbezügen und Gruppenorientierung vor dem Hintergrund der jeweiligen ökonomischen Realität ist für den Wissenschafter die eigentliche Herausforderung der Humanität. Mazal ist Präsident des Österreichischen Instituts für Familienforschung, 1994 gründete er die Fachzeitschrift "Recht der Medizin".

Dr. Gerhild Hansen wird das Goldene Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich verliehen. Sie engagierte sich besonders als Präsidentin des Landesverbandes Steiermark der Akademikerinnen Österreichs. Äußerst erfolgreich hat die promovierte Juristin die Jahrestagung des Dachverbandes University Women of Europe organisiert. Sie leitet in Graz das Studierendenheim des Akademikerverbandes und auch dessen Seniorenheim, allein die Errichtung der Häuser wäre ohne ihre Initiative nicht zustande gekommen. Großen Einfluss hatte Dr. Hansen auch bei der Organisation der 26. Weltkonferenz der International Federation of University Women in Graz, neben einer Reihe von ehrenamtlichen Funktionen, wie etwa im Bürgerinnen-Beirat der Stadt Graz.

Ingrid Kaltenbach erhält das Goldene Verdienstzeichen der Republik Österreich. Ihre Karriere begann 1973 bei der Voest-Alpine AG, wo sie unter anderem in den Bereichen Geschäftsführung, Verkaufsleitung, Management und Organisation von Personalentwicklungsmaßnahmen Verantwortung trug. Seit 2004 ist sie an der Rechtswissenschaftlichen Fakultät der Johannes Kepler Universität Linz maßgeblich beim Aufbau fachlicher und institutioneller Kontakte zu den Reformstaaten Mittel-und Osteuropas beteiligt. Vor vier Jahren wurde Ingrid Kaltenbach Dekanatsdirektorin der Rechtswissenschaftlichen Fakultät, wobei sie für die reibungslose Abwicklung internationaler Kongresse verantwortlich zeichnet.

Mit dem Österreichischen Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst I. Klasse wird Universitätsprofessor i.R. DI Dr. Norbert Vana geehrt. Er hat im Lauf seiner Tätigkeit acht Labors für Dosimetrie und Strahlenschutz zusammen mit den entsprechenden Vorlesungszyklen auf-gebaut und ist auch in die Ausbildung der Inspektoren für Kernkraftwerke integriert. Darüber hinaus hat er mehrere Laboratorien für Archäometrie in Südamerika und in China installiert. An 11 Universitäten und Forschungsinstituten war er als Gastprofessor tätig, längere Zeit an der Universität Oxford. Durch eine von ihm und seiner Arbeitsgruppe entwickelten neuen Methode zur biologischen Bewertung der ionisierenden Strahlung ist Vana auch gesuchter Kooperationspartner, beispielsweise mit der Universitätsklinik für Strahlentherapie und dem japanischen Beschleunigerzentrum NIRS in Chiba.

Oberstarzt Dr. Harald Harbich darf sich über den Berufstitel `Professor` freuen. Er ist Fachspezialist auf dem Gebiet der Wehrmedizin und hat als Kurskommandant eine Reihe von Arzt-Kollegen mit den Besonderheiten der Medizin bei bewaffneten Konflikten und in Katastrophenszenarien vertraut gemacht. Aufgrund seines Engagements erfolgte beim Bundesheer 1997 der Paradigmenwechsel von provisorischer, kriegschirurgischer Doktrin auf zeitgemäße notärztliche Versorgung. Sowohl bei Lehrgängen als auch beim Führungslehrgang der Landesverteidigungsakademie ist Harbich als Experte gefragt. Außerdem hat er den Dialog zwischen schweizerischen, deutschen und österreichischen Sanitätsdiensten der Streitkräfte und der jeweiligen Blaulichtorganisationen gefördert. Seit 2002 hat er in Kooperation mit dem Grünen Kreuz acht Bundesheer-Impfsymposien organisiert, wobei er als wissenschaftlicher Vorsitzender fungierte. Als Abteilungsleiter im Verteidigungsministerium hat Harbich die Arbeitsmedizin etabliert. Eine gemeinsame Ethikkommission der Militärischen Krankenanstalten wurde auf seine Initiative hin eingerichtet.

Mit dem Berufstitel `Professor` wird auch General i.R. Horst Pleiner ausgezeichnet. Er gilt als einer der maßgeblichen intellektuellen Vorbilder für die Offiziersgenerationen der letzten Jahrzehnte. Seit den 1970er Jahren ist Pleiner ständiges Redaktionsmitglied der Österreichischen Militärischen Zeitschrift ÖMZ. Internationale Beachtung fanden vor allem seine Analysen zu den Großmanövern während des Kalten Krieges, wie etwa des NATO-Manövers "Kecker Spatz". Besonders bemerkenswert ist seine Arbeit über "Das Jahrhundert der Bauernkriege in Österreich von 1513 bis 1626." Durch seine internationale Vortragstätigkeit hat Pleiner auch dazu beigetragen, das Ansehen des Bundesheeres nicht nur enorm zu heben, sondern auch, dass im Bundesheer neue Erkenntnisse im Rahmen der militärwissenschaftlichen Forschung generiert werden. Pleiner ist bis heute wissenschaftlich tätig und hat einen wesentlichen Beitrag zur Aufarbeitung der Militärgeschichte der 2. Republik geleistet.

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