"KURIER"-Kommentar von Josef Votzi: "Regiert doch endlich"

Die schlechten Noten für die Koalition sind mehr als ein Gruß vom Krampus.

Wien (OTS) - Die Wähler stellen der Regierung und dem Sparpaket selbst nach "Abschleifungen" ein miserables Zeugnis aus (Seite 4). Sie trauen auch den Ansagen nicht, das Sparpaket werde reichen. Sie fürchten sich schon vorm zweiten, weil sie das erste für einen Pfusch halten.
Das ist mehr als ein Gruß vom Krampus. Wenn einer Regierung nicht mehr geglaubt wird, hört sich der Spaß auf. Da passt es ins Bild, dass es bei der Kanzler-Frage längst nicht mehr darum geht, wer vorne liegt. Die Mehrheit ist total Politiker-frustriert: Sie will bei einer Direktwahl des Regierungschefs weder Faymann noch Pröll und schon gar nicht Strache zum Kanzler küren.
Die Wähler - ein undankbares Volk? Werner Faymann sagte jüngst in der ZiB 2 zur Kritik am Ausbleiben von großen Reformprojekten: Die Regierung habe das Land erfolgreich durch die Krise geführt und zudem ein Jobwunder beschert - "sind das keine großen Projekte?".
Dass Österreich vergleichsweise wieder gut dasteht, ist höchst erfreulich. Es sind aber nicht mieselsüchtige Journalisten, die gebetsmühlenartig das Wort "noch" hinzufügen. Immer mehr Wirtschaftskapitäne - von Hannes Androsch bis Claus Raidl - mahnen ein Ende des lebensgefährlichen Reform-Stillstands ein. Mehr denn je wissen sie die große Mehrheit hinter sich.

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