ÖGB-Oberhauser: Nicht neue Barrieren in der Bildung aufbauen

Reformen im Bildungssystem gesamtheitlich diskutieren, nicht in Schrebergärten

Wien (OTS/ÖGB) - "Die Schule der Zukunft muss Fördern statt Selektieren. Derzeit übt sich das Schulsystem aber eher im Aussortieren als im Unterstützen. Anstatt nur darüber zu entscheiden, welche Zehnjährige ins Gymnasium gehen dürfen, muss die Schule alle Kinder bestmöglich ausbilden, LehrerInnen gute Arbeitsbedingungen mit guten Einkommen bieten und verhindern, dass Eltern jährlich mehr als 100 Millionen Euro für Nachhilfe ausgeben", sagt ÖGB-Vizepräsidentin Sabine Oberhauser.++++

"Die ersten Informationen über neuen PISA-Ergebnisse zeigen, dass gehandelt werden muss. Doch die Frage darf nicht lauten, bei wem LehrerInnen angestellt sind, sondern wie wir ein ganzheitliches, und zukunftsorientiertes Bildungssystem schaffen, dass allen jungen Menschen die gleichen Chancen eröffnet", so Oberhauser. "Wir brauchen eine gemeinsame Schule für alle 10 bis 15-Jährige, denn im Alter von zehn Jahren ist man nicht in der Lage eine Entscheidung, die für das ganze restliche (Berufs-) Leben von großer Bedeutung ist, zu treffen."

"Nicht der soziale Status oder das Einkommen von Eltern darf darüber entscheiden, wer sich Nachhilfe leisten kann. Auch Kinder aus bildungsfernen und einkommensschwachen Familien müssen die Chance bekommen ihr Wissen, Können und Talent unter Beweis zu stellen. Nachhilfe muss überflüssig werden", kritisiert Oberhauser. "Mehr ganztägige Schulangebote sparen teure Nachhilfestunden und verbessern außerdem die Vereinbarkeit von Beruf und Familie."

Bereits 2007 hätten die Sozialpartner ein umfassendes Bildungskonzept vorgelegt, dazu würden auch die Durchlässigkeit des Schulsystems und das Abbauen von Barrieren gehören. Oberhauser: "Zusätzliche Schuljahre aufgrund von einer Matheschwäche, zusätzliche Kosten für Eltern aufgrund von fehlenden Fremdsprachenkenntnissen oder weniger Freizeit für SchülerInnen, weil sie eine Aufnahmsprüfung für die AHS belegen müssen - so werden zusätzliche Barrieren aufgebaut." (am)

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