Die neue Koralmbahn ist auf Schiene

Binnen vier Jahren wurde die erste Neubaustrecke in Österreich fertiggestellt

Wien (OTS) - Einer der verkehrstechnisch spektakulärsten Bauabschnitte auf der steirischen Seite der Koralmbahn ist mit dem heutigen Tag offiziell eröffnet und wird nach dem Fahrplanwechsel am 13. Dezember auch in Betrieb gehen. Das 14 Kilometer lange Teilstück von Weitendorf bis Wettmannstätten wurde in einer Bauzeit von knapp vier Jahren realisiert. "Somit absolut im Zeitplan und auch bei den Kosten wurde der Investitionsrahmen von 230 Millionen Euro punktgenau eingehalten", war ÖBB-Holding-Vorstand Franz Seiser bei der Eröffnung in Wettmannstätten von der Mitarbeiterleistung bei diesem wichtigen ÖBB-Infrastrukturprojekt angetan. "Die Eröffnung dieser Strecke ist auch sichtbares Zeichen dafür, dass wir uns mit voller Kraft dem Ausbau der Südbahn widmen."

Premiere mit einem Sonderzug
In Augenschein nehmen konnten zahlreiche geladene Gäste - von Landesrat Gerhard Kurzmann bis zu LH-Stellvertreter Siegfried Schrittwieser - die neue Bahnstrecke bei einer Sonderfahrt von Werndorf bis zum Veranstaltungsort in Wettmannstätten Freitagfrüh. "Die Region wird verkehrstechnisch besser angeschlossen und den Steirern und Steirerinnen ein gutes Angebot auf der Schiene gemacht", zeigte sich Kurzmann erfreut. "Und darüberhinaus ist erstklassige Infrastruktur ein wesentlicher Faktor, wenn es um die Sicherung von Betriebsstandorten und vor allem die Neuansiedlung geht", ergänzte Schrittwieser die Vorteile der Koralmbahn. Betrieben wird die vorerst eingleisige und nicht elektrifizierte Neubaustrecke ab 13. Dezember bekanntlich von der GKB, die Strecke wird als S 6 ins S-Bahn-Netz integriert.

Daten und Fakten der neuen Strecke
Errichtet wurden seit Oktober 2006:
15 Brücken
8 Straßenunterführungen
2 Eisenbahntunnels (eine 805 Meter lange Unterführung der A9 bei Weitendorf sowie der knapp 1,7 Kilometer lange Hengsbergtunnel)
2 Bahnhöfe (Hengsberg und Wettmannstätten)
Jeweils 150 Park&Ride-Plätze in Wettmannstätten und Hengsberg Knapp 170.000 Kubikmeter Beton wurden verbaut, 15.600 Tonnen Stahl, 31 Kilometer Schienen, 20.875 Stück Schwellen, 50.000 Tonnen Schotter sowie 17 Weichen verwendet. Auch auf die Ausgleichsmaßnahmen wurde großer Wert gelegt. So wurden 38 Hektar ebene Fläche begrünt und mehr als 100.000 Bäume oder Sträucher gepflanzt.
Die Verlegung der Schienen bei der 1,2 Kilometer langen Verbindung von Südbahn zu Koralmbahn (von Werndorf nach Weitendorf) war zudem ein historisches Ereignis, weil damit die erste Neubau-Hauptstrecke in der Steiermark seit Ende der Monarchie im wahrsten Sinn des Wortes auf Schiene gebracht worden war.

Ein großer Schritt für die Baltisch-Adriatische Achse
Die Fertigstellung und Inbetriebnahme der 14 Kilometer langen Teilstrecke der Koralmbahn ist ein weiterer wesentlicher Schritt in Richtung neue Baltisch-Adriatische Achse, welche die Zentren Nordost-Europas mit dem oberitalienischen Wirtschaftsraum verbindet. Mit der Koralmbahn entsteht zwischen Klagenfurt und Graz eine 130 km lange, zweigleisige und elektrifizierte Neubaustrecke. Das Projekt Koralmbahn besteht aus sechs Abschnitten in der Steiermark und in Kärnten. Herzstück der Koralmbahn ist der rund 33 km lange Koralmtunnel, an dessen Portalen zwei völlig neue InterCity-Bahnhöfe errichtet werden.

Mit der Koralmbahn wird sich die Reisezeit zwischen Klagenfurt und Graz von derzeit knapp drei auf eine Stunde verkürzen. Die Koralmbahn verbessert also nicht nur die überregionale Erreichbarkeit, sondern leistet auch einen wichtigen Beitrag zur wirtschaftlichen Weiterentwicklung Südösterreichs: Mit dem Bahnhof Weststeiermark im Raum Groß St. Florian und Unterbergla, in dem auch die Verknüpfung mit der Regionalstrecke der Graz-Köflacher Bahn erfolgt, ist eine optimale Anbindung der Region Deutschlandsberg mit der Koralmbahn gegeben. Damit verbessert die Koralmbahn die überregionale Einbindung der Weststeiermark entscheidend. Planungsbeginn war 1995, die Fertigstellung ist 2022 vorgesehen.

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