ÖGB-Ruprecht: Prävention gegen Gewalt gesetzlich verankern

Gewalt am Arbeitsplatz aus dem Tabu rausholen

Wien (OTS/ÖGB) - "Durch flächendeckende Prävention in Betrieben könnte großes menschliches Leid verhindert und gleichzeitig viel Geld gespart werden", macht ÖGB-Bundesfrauenvorsitzende Brigitte Ruprecht im Rahmen von "16 Tage gegen Gewalt an Frauen" darauf aufmerksam, dass physische und psychische Gewalt am Arbeitsplatz noch immer häufig unterschätzte Probleme sind. Vor allem 15- bis unter 30-Jährige Arbeitnehmerinnen sind mehr von Belästigung oder Mobbing betroffen als ihre Kollegen. Die schwierige wirtschaftliche Situation, die häufig zu Angst um den Job und steigendem Arbeitsdruck führt, verstärkt diese Probleme.++++

Rund ein Prozent der ArbeitnehmerInnen waren laut Statistik Austria schon einmal mit Gewalt oder deren Androhung am Arbeitsplatz konfrontiert, von Belästigung oder Mobbing waren 2,3 Prozent betroffen. Die Dunkelziffern dürften weitaus höher liegen. Nach ExpertInnenmeinung sind in Österreich zum Beispiel bis zu 300.000 Erwerbstätige von Mobbing betroffen. "Es ist wichtig, dass Unternehmen Rahmenbedingungen schaffen, in denen darüber gesprochen werden kann. Nur wenn ?Gewalt am Arbeitsplatz? aus dem Tabu rausgeholt wird, können auch die Ursachen behoben werden", betont Ruprecht.

Den verschiedenen Gesichtern von Gewalt sind besonders häufig ArbeitnehmerInnen in den Branchen Verkehr, Gesundheit und Tourismus ausgesetzt, ergab eine ifes-Studie im Auftrag der vida. Rund jede/r zweite Befragte hat danach am derzeitigen Arbeitsplatz schon einmal Erfahrung mit Gewalt, und jede/r Zehnte mit Mobbing gemacht. Die Beschäftigten der Verkehrsbranche sehen sich vor allem Hänseleien, diskriminierenden Witzen und Bedrohungen ausgesetzt.

Prävention gegen Gewalt

Gewalt am Arbeitsplatz führt häufig zu körperlichen und psychischen Beschwerden und ist somit mit einer längeren Dauer der Arbeitsunfähigkeit verbunden, die für Betriebe Kosten verursacht. Ruprecht: "Untätigkeit bei Prävention lohnt sich für Unternehmen nicht." Übergriffe am Arbeitsplatz sind auch ein Zeichen von strukturellen und organisatorischen Problemen im Betrieb. Die ÖGB-Bundesfrauenvorsitzende fordert daher, dass Führungskräfte auf ihre Aufgaben, wie Konfliktmanagement und Einsatz von ArbeitnehmerInnen, besser geschult werden. Weiters ist für Ruprecht ein umfassendes Präventionsgesetz unumgänglich: "Präventiv gegen physische und psychische Gewalt am Arbeitsplatz vorzugehen, ist der beste Schutz für die ArbeitnehmerInnen."

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