Kommentar LAbg. Erika Adensamer, Präsidentin der Interessenvertretung der NÖ Familien, zu: "Entmachtung von PädagogInnen"

St. Pölten (OTS) - In welcher Gesellschaft leben wir, dass sich Pädagogen vor gewalttätigen Eltern fürchten müssen? Bezug nehmend auf den unglaublichen Vorfall, der sich in einer Salzburger Schule ereignet hat - Vater ohrfeigte Lehrerin - müssen wir uns der Tatsache stellen, dass es Zeit ist, das Ruder herumzureißen.

In unserem aktuellen Bildungssystem werden Pädagogen zunehmend entmachtet und können ihre eigentliche Aufgabe, nämlich die des Lehrens, nur unter immer schwierigeren Bedingungen erfüllen - Kinder werden zunehmend aggressiver und zeigen immer weniger Interesse, Bildungsinhalte aufzunehmen. Eines der Hauptprobleme sieht Präsidentin Erika Adensamer einerseits im zum Teil nachlassenden Verantwortungsbewusstsein der Erziehungsberechtigten, anderseits in der Entmachtung von Pädagogen.

Kinder und Jugendliche brauchen Orientierungshilfen - und die sollten in erster Linie von den Eltern "angeboten" werden. Kindergarten und Schule wirken in Ergänzung zur Erziehungsarbeit der Eltern. Deshalb ist es wichtig, dass die Erziehungsberechtigten ihre Verantwortung persönlich wahrnehmen. Dazu gehören auch die Vermittlung eines respektvollen Umganges mit anderen Menschen und die Achtung vor anderen Menschen, aber auch die Erziehung zur Leistungsbereitschaft. Dann sollte es den Lehrern wieder möglich sein, sich ihrer Hauptaufgabe, dem Vermitteln von Wissen und Fertigkeiten, zu widmen.

Den oben angeführten Vorfall sieht Präsidentin Adensamer als schlimmsten Auswuchs einer schon über Jahre schleichenden Diffamierungskampagne gegen Lehrer. "Wer bei PISA-Ergebnissen ständig Finnland als Musterbeispiel zitiert, sollte fairer Weise auch hinzufügen, dass dort Lehrer einen gesellschaftlich hohen Rang einnehmen und dem entsprechend auch ihre Arbeit wert geschätzt wird", so Adensamer abschließend.

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