ÖAMTC-Pendlerumfrage zeigt: Pendlerprobleme seit 2008 unverändert groß

Steigende Belastungen fressen Entlastungen auf - ÖAMTC fordert Strukturreform

Wien (OTS) - "Pendeln ist kein Luxus, sondern schlichtweg Existenzgrundlage", stellt ÖAMTC-Verkehrswirtschaftsexpertin Elisabeth Brandau klar. "Genau die wird aber immer mehr arbeitenden Menschen durch konstant steigende Belastungen entzogen." Bereits 2008 hat der ÖAMTC bei 1.000 Pendlern nachgefragt, wo der Schuh drückt. Das Ergebnis war ernüchternd: Ob der hohen Belastungen erschien damals mehr als 50 Prozent der Befragten ein Job- oder Wohnortwechsel als einziger, jedoch nicht realisierbarer, Ausweg aus der Misere. Als Antwort auf die Hilferufe hat die Regierung damals die Pendlerpauschale und das Kilometergeld jeweils minimal erhöht. Dass das nur der berühmte "Tropfen auf den heißen Stein" war, zeigt die aktuelle Pendlerumfrage des ÖAMTC. Noch immer sieht sich rund die Hälfte der Befragten gezwungen, über einen Job- oder Wohnortwechsel nachzudenken. Allerdings sagen neun von zehn Befragten im gleichen Atemzug, dass die realen Chancen für derlei Veränderungen niedrig sind.

Und der Kostendruck steigt laufend: "93 Prozent der Befragten geben an, dass die Pendlerpauschale nicht ausreicht, um die tatsächlich entstehenden Fahrtkosten zur Arbeit abzudecken", zeigt Brandau die Ergebnisse der aktuellen Online-Umfrage auf. Diese Situation würde sich durch eine Mineralölsteuer-Erhöhung weiter verschärfen. Und wieder fällt der Politik nur eines ein: eine marginale Erhöhung der veralteten Pendlerpauschale, die weder treffsicher noch adäquat hoch ist. "Österreichs Pendler stecken im Finanzstau", kritisiert die ÖAMTC-Expertin. "Es reicht nicht, medienwirksam an der einen oder anderen Schraube zu drehen, man muss schon die richtige erwischen."

ÖAMTC fordert Strukturreform

Wer ein offenes Ohr für die Probleme der Pendler hat, kann unschwer übersehen, dass nur eine grundlegende Reform der Entlastungen zu einem zufriedenstellenden Ergebnis führen kann. "Der ÖAMTC-Vorschlag zur Einführung einer Mobilitätspauschale liegt auf dem Tisch", stellt Brandau klar. Dieser sieht vor, dass Pendlerpauschale und Verkehrsabsetzbetrag verschmelzen und als Pauschale entsprechend dem Arbeitsweg - egal ob mit Auto oder Öffi -ausbezahlt werden. Dabei könnte ein Basissatz durch entsprechende Fixbeträge erweitert werden, die nach Kriterien wie z. B. Länge des Arbeitsweges gestaffelt sind. "Die vielerorts nur unzureichende Anbindung an öffentliche Verkehrsmittel lässt wenig Spielraum für die von manchen geforderten Verhaltensänderungen", erklärt die ÖAMTC-Verkehrswirtschaftsexpertin. "Es ist ein Muss, Pendler, besonders jene mit geringen Einkommen, zu entlasten. Die Pendlerpauschale ist das Anrecht auf Kostenersatz und keine Sozialleistung."

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