- 24.11.2010, 10:22:10
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"Ausbruch der Cholera in Haiti ist Katastrophe in der Katastrophe"
Die Caritas unterstützt die Menschen in Haiti mit Hygienepaketen, Wasserreinigungstabletten, Infokampagnen und dem Bau von Latrinen
Wien (OTS) - Seit dem Ausbruch von Cholera in Haiti am 19.
Oktober 2010 steigt die Zahl der infizierten Menschen immer weiter
an. Mehr als 20.000 Cholerakranke werden zur Zeit in Krankenhäusern
und Ambulanzen behandelt. Die Dunkelziffer jedoch liegt Schätzungen
zufolge viermal so hoch. "Mittlerweile gibt es in allen zehn
Provinzen Fälle. Nach dem Erdbeben im Jänner haben wir es mit dem
Ausbruch der Cholera-Epidemie nun mit einer Katastrophe in der
Katastrophe zu tun", sagt Sabine Wartha, die Katastrophenhilfechefin
der Caritas Österreich.
"Unter hygienisch guten Bedingungen und einem intakten
Gesundheitssystem wäre die Krankheit relativ einfach in den Griff zu
bekommen. Doch genau diese Bedingungen gibt es in Haiti, einem der
ärmsten Länder der Erde, ganz und gar nicht", so Wartha. Besonders
prekär ist die Lage in den großen Elendsvierteln von Port-au-Prince.
Allein in Cité de Soleil leben Schätzungen zufolge eine halbe Million
Menschen zwischen Müllbergen in Baracken- ohne ausreichend Wasser und
ohne Strom. Dazu kommt, dass auch in den Nothilfelagern in der
Hauptstadt nach dem Erdbeben nun sehr viele Menschen auf engstem Raum
zusammenleben.
Cholera ist eine durch verunreinigtes Wasser übertragene,
bakterielle Infektion, die starken Durchfall und Erbrechen
verursacht. Unbehandelt kann eine Ansteckung mit Cholera durch die
starke Dehydrierung des Körpers rasch zum Tod führen. "Damit sich die
Seuche nicht noch weiter ausbreitet, sind Versorgung mit sauberem
Trinkwasser, Hygiene und Vorbeugung wie regelmäßiges Händewaschen nun
das A und O", weiß Wartha.
Genau an diesen drei Bereichen verstärkt das internationale
Caritas-Netzwerk nun die Hilfsmaßnahmen: Insgesamt unterstützt die
Caritas, auch mit Hilfe aus Österreich, in den nächsten drei Monaten
100.000 Menschen in den drei Diözesen Port-au-Prince, Gonaives und
Hinche mit Hygienepaketen bzw. Wasserreinigungstabletten. Zudem baut
die Caritas zur Zeit hundert Latrinen in den Notlagern der
Erdbebenopfer auf, denn Cholera verbreitet sich neben verseuchtem
Wasser vor allem über Fäkalien. Auch die Informationskampagnen, die
die Menschen darüber aufklären, wie sie sich mit einfachen Mitteln
wie sorgfältigem Händewaschen schützen können, laufen auf Hochtouren.
Das sechsköpfige Haiti-Team der Caritas Österreich ist derzeit
eigentlich im Wiederaufbau tätig, arbeitet nun aber vor allem dafür,
dass sich die Cholera nicht weiter ausbreitet. Demnächst wird es um
einen Wassertechniker verstärkt. Wartha: "Die Eindämmung der Cholera
hat jetzt oberste Priorität. Es ist einmal mehr ein Wettlauf mit der
Zeit, um die geschwächten Menschen bestmöglich zu schützen. "
Caritas-Katastrophenhilfechefin Sabine Wartha steht für Interviews
zur Verfügung.
SERVICE:
Caritas-Spendenkonto:
PSK 7.700 004, BLZ 60.000, Kennwort: Haiti
So hilft Ihre Spende:
250 Euro: eine Latrine
50 Euro: ein Hygienepaket für eine Familie in Haiti/Monat
5 Euro: Wasserreinigungstabletten für eine Familie/Monat
Rückfragehinweis:
und Interviewanfragen für Sabine Wartha bei:
Silke Ruprechtsberger, Caritas Österreich - Kommunikation
Tel: 0664/ 82 66 909
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