Neues Volksblatt: "Niveau" (von Michael Kaltenberger)

Ausgabe vom 24. November 2010

Linz (OTS) - Das Geld für den auf dem Schulgipfel angekündigten Ausbau der ganztägigen Schulformen ist zwar schon im Budget reserviert, aber sei's drum, wir nehmen es als Erfolg; als Gipfelsieg sozusagen. Heutzutage ist es ja schon ein Erfolg, wenn die SPÖ vom gemeinsam festgelegten Kurs nicht ausschert.
Die Freude darüber, dass es etwas zu verkünden gab, ohne dass sofort ein Sturm der Entrüstung losbrach, dürfte dem Kanzler aber ein bisserl in den Kopf gestiegen sein. Vom Schulgipfel ließ er nämlich die Landeshauptleute wissen, dass für ihn die Debatte über die Lehrer beendet sei, mit ihm könnten sie in Sachen Lehrerkompetenzen höchstens über die Lohnverrechnung reden.
Ein bisserl pampig, nicht? Vor allem angesichts der ersten Meldungen über die neue PISA-Studie, die den österreichischen Schülern in der Lesekompetenz ein schlechtes Zeugnis ausstellen soll.
Zwar ist noch nichts offiziell, außerdem gibt es viele, die von den PISA-Studien grundsätzlich nicht viel halten, trotzdem: Sollte man vom Bundeskanzler in Sachen Schulreform nicht mehr erwarten können als Schmähführen, noch dazu auf einem Bildungsgipfel? Oder ist das jetzt das Niveau, auf dem mit dem Kanzler künftig über Schulfragen zu reden sein wird?

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