- 23.11.2010, 18:22:27
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Buchpräsentation im Hohen Haus Schärfs Tagebuchnotizen über ein schwieriges Jahr 1952
Wien (PK) - Im Beisein der Familie des seinerzeitigen
Bundespräsidenten Adolf Schärf präsentierte
Nationalratspräsidentin Barbara Prammer heute einen weiteren Band
der Edition von Adolf Schärfs Tagebuchnotizen. An der
Präsentation des Bandes über das Jahr 1952 nahmen auch der
ehemalige Außenminister Peter Jankowitsch sowie die ehemaligen
Bundesratspräsidenten Herbert Schambeck und Anna Elisabeth
Haselbach teil.
In ihrer Begrüßung meinte Prammer, die Notizen Schärfs
beeindruckten durch ihre Genauigkeit, wodurch sie an Bedeutung
kaum zu überbieten seien. Das Jahr 1952 sei ein schwieriges
gewesen, wovon diese Notizen Zeugnis ablegten. Schärf sei als
Partei- und Klubobmann sowie als Vizekanzler im Zentrum des
Geschehens gestanden. Die Regierung habe sich riesigen
Herausforderungen gegenübergesehen, sei es doch darum gegangen,
das Land wieder aufzubauen. Die Notizen böten einen Blick hinter
die Kulissen und gäben Einblick in das Selbstverständnis einer
Regierung, die einfach nicht scheitern durfte.
Bereits in diesen Notizen erkenne man jedoch, dass die Zweite
Republik die Antithese zur Ersten darstelle, wobei sich heute
zeige, dass dieser Weg ein erfolgreicher war. Ohne Kenntnis der
Geschichte, so Prammer, sei kein Gestalten der Zukunft möglich,
und so könne auch heute noch die Frage, ob die Politik
Gestaltungsfähigkeit besitze, positiv beantwortet werden.
Die Herausgeberin Gertrude Enderle-Burcel dankte für die
Möglichkeit, das Buch an diesem passenden Ort präsentieren zu
können, sei es doch jahrzehntelang Schärfs Zuhause gewesen, wo er
sein politisches Rüstzeug erworben habe. Kreisky habe Schärf
einst als einen Stillen der Politik gewürdigt, dessen Wirken
gleichwohl von grundlegender Bedeutung war. Dies lasse sich
anhand seiner Tagebuchnotizen sehr gut nachvollziehen, meinte die
Herausgeberin.
Sie dankte den MitarbeiterInnen der Österreichischen Gesellschaft
für historische Quellenstudien für ihre engagierte Mitarbeit,
äußerte jedoch gleichzeitig die Befürchtung, dass ein solches
Engagement nicht mehr möglich sein werde, sollten die Sparpläne
der Bundesregierung, die außeruniversitäre Forschung betreffend,
in die Praxis umgesetzt werden.
Enderle-Burcel ging sodann auf die inhaltlichen Schwerpunkte des
Bandes ein und erklärte, das Buch sollte als Pflichtlektüre für
PolitikerInnen in Koalitionen gelten, denn es zeige
eindrucksvoll, wie eine Zusammenarbeit zweier antagonistischer
Kräfte allmählich zu einem Ende komme. Trotz der Sparpolitik der
Regierung hoffte die Rednerin, in zwei Jahren einen weiteren Band
der Tagebuchnotizen Schärfs vorlegen zu können und dankte
abschließend der Familie Schärfs, die Finanzierung des
vorliegenden Bandes ermöglicht zu haben.
Anschließend diskutierten der ehemalige Vizekanzler Hannes
Androsch und der ehemalige Generalsekretär der
Industriellenvereinigung Herbert Krejci unter der Moderation von
Peter Huemer mit der Herausgeberin über Werk und Wirkung Adolf
Schärfs. Das Buch "Adolf Schärf - Tagebuchnotizen 1952" ist im
Innsbrucker Studienverlag erschienen und zum Preis von 39,90 ? im
Buchhandel erhältlich. (Schluss)
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