"KURIER"-Kommentar von Josef Votzi: "Bumerang PISA-Keule"

Österreichs Eltern wollen eine neue Schulpolitik - und keinen alten Parteienstreit.

Wien (OTS) - Beim PISA-Test "droht der nächste Schock", berichtete der KURIER als erste Zeitung bereits vor zwei Wochen: Österreichs 15- bis 16-Jährige schneiden beim Lesetest neuerlich schlecht ab. Wie miserabel weiß niemand, die streng gehüteten Daten werden überall zeitgleich erst am 7. Dezember veröffentlicht. Hierzulande tobt schon vor dem Urteil der Streit über die Schuldigen. Erwin Pröll packte die PISA-Keule aus, um eine Bresche für die "Verländerung" aller Lehrer zu schlagen: "Die PISA-Studie wird ein Urteil über Ministerin Schmied und die Bundeslehrer abgeben."
Wie bitte? Haben die (in Bundeslehrer-Hand) als leseschwach geouteten Schüler einst in der Volksschule (in Landeslehrer-Hand) nur Rechnen gelernt? Und warum brillieren die Taferlklassler auch bei PISA-Vorläufer-Tests wie TIMSS und PIRLS nicht (siehe Seite 4)? Die PISA-Keule wird so zum Bumerang für den leidigen Lehrerkompetenz-Streit, noch bevor das erste Testergebnis vorliegt. Österreichs Eltern wollen auch danach nicht primär wissen, ob Rot oder Schwarz für die seit Jahren absehbare Bildungsmisere verantwortlich sind. Sie wollen, dass beide Parteien, die angeblich gemeinsam in einer Regierung sitzen, es dringend besser machen.

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