- 23.11.2010, 16:10:13
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"KURIER"-Kommentar von Josef Votzi: "Bumerang PISA-Keule"
Österreichs Eltern wollen eine neue Schulpolitik - und keinen alten Parteienstreit.
Wien (OTS) - Beim PISA-Test "droht der nächste Schock", berichtete
der KURIER als erste Zeitung bereits vor zwei Wochen: Österreichs
15- bis 16-Jährige schneiden beim Lesetest neuerlich schlecht ab. Wie
miserabel weiß niemand, die streng gehüteten Daten werden überall
zeitgleich erst am 7. Dezember veröffentlicht. Hierzulande tobt schon
vor dem Urteil der Streit über die Schuldigen. Erwin Pröll packte die
PISA-Keule aus, um eine Bresche für die "Verländerung" aller Lehrer
zu schlagen: "Die PISA-Studie wird ein Urteil über Ministerin Schmied
und die Bundeslehrer abgeben."
Wie bitte? Haben die (in Bundeslehrer-Hand) als leseschwach
geouteten Schüler einst in der Volksschule (in Landeslehrer-Hand) nur
Rechnen gelernt? Und warum brillieren die Taferlklassler auch bei
PISA-Vorläufer-Tests wie TIMSS und PIRLS nicht (siehe Seite 4)? Die
PISA-Keule wird so zum Bumerang für den leidigen
Lehrerkompetenz-Streit, noch bevor das erste Testergebnis vorliegt.
Österreichs Eltern wollen auch danach nicht primär wissen, ob Rot
oder Schwarz für die seit Jahren absehbare Bildungsmisere
verantwortlich sind. Sie wollen, dass beide Parteien, die angeblich
gemeinsam in einer Regierung sitzen, es dringend besser machen.
Rückfragehinweis:
KURIER, Innenpolitik
Tel.: (01) 52 100/2649
mailto:innenpolitik@kurier.at
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