Archäologie: Grab des Hl. Matthäus in Kirgistan vermutet

Kirgisische Delegation berichtet in Wien über Ausgrabungen am See Issyk-Kul

Wien, 23.11.10 (KAP) Ein verfallenes armenisches Kloster aus dem 4. Jahrhundert in der Republik Kirgistan könnte die letzte Ruhestätte des Apostels Matthäus sein. Dies ist die These des Archäologen und Vizepräsidenten der kirgisischen Akademie der Wissenschaften, Prof. Vladimir Ploskych, der derzeit auf Einladung der Stiftung "Living together in Europe" Österreich besucht. Mit seinen über 70 Fundstätten stelle der See nicht nur eine "Wiege der zentralasiatischen Zivilisation" dar, vielmehr weisen archäologische Funde und kartographische Auswertungen darauf hin, dass die Region einst auch ein Zentrum der christlichen Kultur war.

Insgesamt vermutet der Forscher, der seit 1985 in der Region des Issyk-Kul arbeitet, zwölf städtische Siedlungen rund um den See. Auf eine starke christliche Präsenz am Issyk-Kul lasse sich aus elf Fundstellen sowie einem erhaltenen Katakombensystem schließen, so Ploskych bei einem Vortrag am Dienstag in Wien. An zwei Stellen finden sich konkrete Hinweise auf ein armenisches Kloster. Erste Hinweise auf das Kloster gebe es in einer mallorcinischen Karte des Forschers Kreskes aus dem Jahr 1375, auf der von einem See "Ysicol" als Ruhestätte der Reliquien des Heiligen Matthäus die Rede ist.

O-Töne eines Gesprächs mit Prof. Ploskych (mit Übersetzung) können in Kürze unter www.kathpress.at/o-toene abgerufen werden.

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