• 23.11.2010, 11:22:37
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BZÖ-Klausur - Bucher: Bildung soll zur politikfreien Zone werden

Faymann schiebt alles auf die lange Bank, ÖVP blockiert mit theresianischer Militärmentalität

Geinberg (OTS) - Für ein zukunftsweisendes Bildungskonzept und
gegen die Einmischung der Politik sprach sich BZÖ-Bündnisobmann Josef
Bucher im Rahmen der BZÖ-Klausur zum Thema Bildung im
oberösterreichischen Geinberg aus. "Ich möchte Bildungspolitik zur
politikfreien Zone erklären!" Statt auf das Ergebnis der nächsten
PISA-Studie zu warten, müsste endlich eine Reform begonnen werden.
Schulpflicht ist auch Pflicht des Staates!", mahnte Bucher, der auch
erinnerte: "Wir brauchen nicht das billigste, sondern das beste
Schulsystem!"

Nun sei wieder das große Zittern rund um die PISA-Studie
ausgebrochen. "PISA ist kein Zeugnis über den Wissensstand, sondern
ein Zeugnis, wie kaputt unser Bildungssystem ist", erinnerte Bucher
und fragte: "Wie viele Studien brauchen wir noch, bis was geschieht?"
Bildung sei ein kulturelles Instrument für Chancengleichheit, Bildung
garantiere die Ausübung von Freiheit und Selbstbestimmung und sei
eine entscheidende Voraussetzung dafür, das Leben abzusichern. "Nur
mit guter Bildung lässt sich die Wettbewerbsfähigkeit Österreichs
garantieren und kann der Wirtschaftsraum Österreich expandieren",
warnte Bucher.

Für die Schulverwaltung seien klare Zuständigkeiten und Regeln
aufzustellen, die Bildungskompetenz müsse beim Bund sein. Vom
Ministerium aus sollte es dann neun Landesbildungsdirektionen geben.
Entscheiden sei, dass Lehrkräfte nur nach ihren wirklichen
Fähigkeiten und nicht nach dem Parteibuch eingestellt werden.
"Bildung ist nicht eine politische Spielwiese der Landeshauptleute",
so Bucher. Wer zahlt, schafft an! Es sei nicht einzusehen, dass sich
Landeshauptleute politische Vorteile suchen, ohne zu zahlen. Denn sie
seien versucht, dieses politische System zu missbrauchen.

Den Entscheidungsträgern warf Bucher vor: "Sie haben nicht den Mut,
was zu tun! Kanzler Faymann schiebt alles auf die lange Bank, statt
ein zukunftsorientiertes Konzept auf die Beine zu stellen. Die ÖVP
ist schon seit 24 Jahren säumig und gestaltet die Bildungsbedürfnisse
junger Menschen nicht zeitgemäß. Sie sind immer Blockierer und auf
der Bremse gestanden mit ihrer theresianischen Militärmentalität."

"Wir haben ein klares Konzept mit einer gemeinsamen Schule der sechs-
bis 15-Jährigen", so Bucher. In dieser Zeit darf es keine Trennung
der Schulformen, keine Differenzierung geben. "Wir brauchen nicht das
billigste sondern das beste Schulsystem, wenn wir in Zukunft
konkurrenzfähig bleiben wollen", verlangte Bucher und erinnerte:
"Schulpflicht ist auch Pflicht des Staates!" Deshalb werde das BZÖ
dafür sorgen, dass der Staat die Verantwortung übernimmt, den Jungen
Bildung mitzugeben. Dementsprechend sei "Bildung ein Grundrecht und
keine Finanzierungspflicht der Eltern durch Nachhilfe."

Lehrer sollen in Zukunft sichtbare Arbeit leisten - und die Schule
nicht mit nachhause nehmen, sondern in der Schule lassen - dazu
brauche es auch einen eigenen Arbeitsplatz. Da Lehrer 70 freie Tage
pro Jahr haben, sollten sie nach Buchers Vorstellung für Kinder, die
Nachholbedarf haben, solidarisch zwei Wochen zur Verfügung stellen.
Allerdings müsse sich Leistung wieder lohnen "für Schüler und
Lehrer". Statt dem antiquierten Besoldungsrecht brauchen Lehrer auch
Motivation für Mehrleistung. "Neben dem Grundgehalt und
Funktionskomponente - etwa als Klassenvorstand - muss eine
Leistungskomponente für besonderes Engagement eingeführt werden", so
Bucher. Mit diesem Modell würden junge Einsteiger in den Lehrberuf
ein höheres Gehalt erhalten können.

Weiters forderte Bucher neben der Zentralmatura mit einheitlichem
Prüfungsstandard
eine Hochbegabtenförderung; Begabte sollten eigene Förderklassen
besuchen oder Sprünge machen können - "gefördert und gefordert" müsse
das System sein. Zusätzlich sollte ein Fach "Wirtschaft und
Sozialkunde" eingeführt werden, "denn wir werden ständig mit
Wirtschaftsfragen konfrontiert; und Geldanlegern geht man dann nicht
so leicht in die Falle", erklärte Bucher.

Im Sinne einer verbesserten Ausbildung ist für Bucher eine verstärkte
Förderung für Kinder mit Migrationshintergrund unerlässlich; ebenso,
wie ein Beschränkung auf maximal 30 Prozent Schüler mit nicht
deutscher Muttersprache pro Klasse. Zudem solle pro Schule ein
Integrationsbeauftragter eingesetzt werden, damit auch Eltern stärker
in den schulischen Prozess eingebunden werden und mit der deutschen
Sprache enger in Kontakt kommen.

Eine besonders wirtschaftsnahe Forderung ist für Bucher die Trennung
Lehrer und Prüfer: Der Lehrer sollte zum Coach der Schüler werden.
Dem Bewegungsdefizit will das BZÖ mit täglichen Bewegungseinheiten an
den Schulen zu Leibe rücken. "Sonst wird die Belastung für das
Gesundheitssystem immer größer", warnt Bucher, der sich auch die
Förderung von Zusammenschlüssen von Schulen und Sportvereinen
vorstellen kann.

Rückfragehinweis:
Pressereferat Parlamentsklub des BZÖ

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