PRO-GE Wimmer: Arbeitszeitfrage ist nicht vom Tisch!

Pensionsthematik, Arbeitsmarkt, Gesundheit und Arbeitszeit müssen gemeinsam behandelt werden

Wien (OTS/ÖGB) - "Es liegt klar auf der Hand, dass die gesamte Arbeitszeitfrage nicht nur immer einseitig diskutiert werden darf", sagt PRO-GE-Vorsitzender Rainer Wimmer zu den Aussagen von ÖGB-Präsident Erich Foglar in der heutigen ORF-Pressestunde. Es könne nicht sein, dass Experten und Expertinnen immer gleich die Anhebung des Pensionsantrittsalters zugunsten der Budgetsanierung fordern, die Arbeitgeber nach mehr Flexibilisierung der Arbeitszeiten rufen, die Wirtschaftskammer einen Bonus für all jene vorschlägt, die später in Pension gehen, und gleichzeitig fehlen alternsgerechte Arbeitsplätze in unserem Land. "Wer diese Debatte einseitig führen möchte, schaut an der Realität glatt vorbei", sagt Wimmer.++++

Pensionsthematik, Arbeitsmarkt und Gesundheit können nicht getrennt behandelt werden. Für den Produktionsbereich sind die Themen "Alternsgerechtes Arbeiten" und "Gesundheitsförderung" jedenfalls definitiv vordringlich. Auch ist die Bereitschaft der Unternehmen ältere ArbeitnehmerInnen zu behalten oder gar einzustellen, nicht vorhanden. In Produktionsbetrieben sind derzeit jedenfalls kaum über 60-jährige ArbeitnehmerInnen zu finden und das liegt ausschließlich im Gestaltungsbereich der Arbeitgeber. "Erst müssen wir darauf achten, dass die Menschen auch nach vielen Jahren Arbeit noch gesund sind. Dann muss auch die Bereitschaft der Betriebe deutlich steigen, ältere Menschen weiter zu beschäftigen und vor allem einzustellen", sagt Wimmer.

Die Zahlen aus Deutschland sollten uns eine Lehre sein: Vor dem Einstieg in die Pension mit 67 Jahren sind immer mehr ArbeitnehmerInnen zwischen 60 und 64 Jahren arbeitslos, wie die Bundesagentur für Arbeit berichtet. "Bevor wir also überlegen, wie wir die belohnen, die freiwillig später in Pension gehen als sie könnten, bevor wir überlegen, wie viel die Anhebung des Pensionsantrittsalters das Budget entlasten könnte, müssen wir uns die Frage stellen, wie wir einerseits Menschen auch im Alter noch gesund genug halten können, um bis zum gesetzlichen Pensionsantrittsalter überhaupt noch arbeiten zu können, und anderseits müssen auch die Unternehmen ihren Beitrag dazu leisten, alternsgerechte Arbeitsplätze zur Verfügung zu stellen", erläutert Wimmer. "Wenn man heute über 60 Jahre alt ist und noch einen Arbeitsplatz hat, kann man das an sich schon als Bonus ansehen", sagt Wimmer.

Schwerarbeit, psychische Erkrankungen wie Stress und Burn-out erschweren zudem noch die Debatte um eine vernünftige Lösung. Denn laut Sozialministerium gehen in Österreich derzeit rund 40 Prozent aller InvalitätspensionistInnen und etwa 30 Prozent sämtlicher PensionistInnen direkt aus der Arbeitslosigkeit in den Ruhestand. "Immer nur an einzelnen Fällen oder Branchen herumzunörgeln wird Österreich in der gesamten Arbeitszeitfrage nicht weiterbringen", sagt Wimmer und fordert eine generelle Debatte, die alle Aspekte berücksichtigt.

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