"profil": Außenministerium kürzt Beiträge an UN-Institutionen

Auch Zahlungen für Blauhelm-Einsätze massiv betroffen - Jean Ziegler: Österreichs Kandidatur für den Menschenrechtsrat "völlig schizophren"

Wien (OTS) - Wie das Nachrichtenmagazin "profil" seiner Montag erscheinenden Ausgabe berichtet, sind die Einsparungen in der österreichischen Entwicklungshilfe massiver als bisher bekannt. Mehrere UN-Organisationen, die von Österreich unterstützt wurden, sind von den Budget-Kürzungen betroffen: Darunter befinden sich laut "profil" der Entwicklungsfonds für Frauen UNIFEM, die Organisation für Ausbildung und Forschung UNITAR, das Hilfswerk für Palästinaflüchtlingen UNRWA, der Fonds für Bevölkerungsfragen UNFPA, der Fonds für industrielle Entwicklung UNIDF. Außerdem sollen Beiträge, die durch auslaufende UN-Friedensmissionen frei werden, komplett eingespart werden.

Laut "profil"-Informationen werden die Kürzungen bei der österreichischen Entwicklungszusammenarbeitsagentur ADA dazu führen, dass demnächst auch das ADA-Büro im bisherigen Schwerpunktland Nicaragua geschlossen wird.

Jean Ziegler, Schweizer Soziologe und Mitglied des Beratungsgremiums des UN-Menschenrechtsrates, kritisiert Österreich in einem Interview mit "profil" scharf: "Wenn also Österreich einerseits im Menschenrechtsrat für das Recht auf Nahrung kämpft, und andererseits den ärmsten Ländern die Zuwendungen streicht, dann ist das völlig schizophren." Österreich hat sich in diesem Jahr für einen Sitz im UN-Menschenrechtsrat beworben, die Abstimmung findet 2011 statt.

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