Schulreform: Leitl fordert Bildungskonklave

Wirtschaft zu allen konstruktiven Vorschlägen gesprächsbereit - Bestmögliche Ausbildung für unsere Jugend ist das Hauptziel

Wien (OTS/PWK900) - "Jede Schulreform, die die Bedürfnisse unserer Schülerinnen und Schüler in den Mittelpunkt rückt, ihre Talente und Begabungen individuell fördert und Schülerqualifikationen sowie Unterrichtsqualität auf höchstem Niveau sichert, ist zu begrüßen", betont Christoph Leitl, Präsident der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ). Leitl reagiert "gesprächsbereit" auf den Vorstoß von Finanzminister Josef Pröll hinsichtlich einer neuen Kompetenzverteilung im Schulsystem zwischen Bund und Ländern. Leitl fordert jedoch eine "gesamtheitliche Betrachtung" ein: "Wir müssen unsere Jugend an das Maximum ihrer Potenziale heranführen. Wir brauchen das beste Schulsystem für unsere Kinder. Diesem Ziel müssen sich alle Reformüberlegungen von Politikern und Experten sowie alle Maßnahmen unterordnen. Dazu müssen zuerst die operativen Handlungsfelder definiert werden. Dann sollen sich die Entscheidungsträger in Form eines Konklave zusammen setzen und eine gesamthafte Schulreform, wo es um Bildungsinhalte, um Schulformen und auch um sinnvolle Kompetenzverteilungen geht, diskutieren und beschließen."

Der Wirtschaftskammerpräsident verweist auf das gemeinsame Bildungspapier der Sozialpartner vom Vorjahr ("Es liegen konstruktive Vorschläge vor, man braucht sie nur umzusetzen") und pocht auf die Realisierung einiger bildungspolitischer Grundsätze: "Österreichs Schulsystem braucht eine bessere Verteilung von Verantwortung, Ressourcen, Leistungsanreizen und Verbindlichkeiten. Vor allem die Schule vor Ort muss mehr Gestaltungsraum erhalten. Die Schulleiter sollen als Manager der Schulstandorte ihr Personal selber aussuchen können." Viele Aufgaben und ein großer Teil der Verantwortung sollen laut Leitl auf Ebene der einzelnen Schulen gebündelt werden. Das Hauptproblem von Österreichs Schulsystem sei, dass überproportional viel Geld investiert werde, ohne dass aber international gesehen das allerbeste Ergebnis für Österreichs Jugend - siehe Pisa-Tests -erzielt werde. Daher stehe jetzt die Qualitätssteigerung und eine Effizienzsteigerung in der Schulverwaltung im Vordergrund.

Wesentlich ist für Leitl auch die Umsetzung und Überprüfung von Bildungsstandards: Lehrer, die bei der Erreichung solcher Standards bei den ihnen anvertrauten Schülern überdurchschnittliche Ergebnisse erzielen, sollen bei der Entlohnung profitieren und erfolgsorientiert bezahlt werden. Ebenso fordert Leitl eine Verbesserung des Ganztagesbetreuungsangebotes ein: "Weil Schulen in die Lage versetzt werden müssen, durch Individualisierung und Differenzierung besser auf die Stärken und Schwächen der Schüler einzugehen, muss der flächendeckende Ausbau von Ganztagsschulen weit oben auf der Prioritätenliste stehen."

Leitl stellt abschließend klar: "Gesetzgebung, Schulformen, Lehrpläne und Kontrolle müssen bundesweit einheitlich bleiben. Neun völlig unterschiedliche bundeslandspezifische Bildungssysteme kann niemand wollen." (RH/AC)

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