AK-Präsident Zangerl: "Jeder Griff in die Geldtaschen der Arbeitnehmer ist ein Anschlag auf den Wirtschaftsstandort Tirol!"

Innsbruck (OTS) - In seiner Rede vor der AK-Vollversammlung bezeichnete AK-Präsident Erwin Zangerl die geplanten Einsparungsmaßnahmen der Bundesregierung einen "hinterhältigen Anschlag auf Familien und Arbeitnehmer. Gerade jene, die von der Krise durch Kurzarbeit, Arbeitslosigkeit und Gehaltseinbußen am meisten zu leiden hatten, werden jetzt noch einmal belastet. Es ist ein Hohn gegenüber den Familien, wenn die Regierung diese Einsparungen als sozial ausgewogen bezeichnet und genau bei jenen den Gürtel enger schnallen will, die gar kein Loch mehr im Gürtel haben." Zangerl forderte den Landtag auf, dem Beispiel Vorarlbergs zu folgen und das Paket der Bundesregierung abzulehnen, "wenn es der Landespolitik wirklich ernst ist mit der Behauptung, Tirol sei das familienfreundlichste Land. Wir befinden uns in unserer Ablehnung dabei in guter Gesellschaft von Kirchen, Familienvereinen und Sozial-und Pflegeverbänden.
"Gesetze beschließt aber immer noch der Nationalrat, nicht die Regierung. Also müssen die Abgeordneten die ungerechten Einschnitte gegenüber ihren Wählern, sprich den Opfern, rechtfertigen", so Zangerl. "Ich erwarte von den Tiroler Abgeordneten, dass sie sich dieser Verantwortung bewusst sind, und diesen Raubzug auf die Geldtaschen der Familien nicht zulassen."
Nach der Krise ist vor der Krise
"Nach der Krise ist bei den Arbeitnehmern vor der Krise". Während viele Bereiche von Industrie und Wirtschaft neue Rekorde und Gewinne melden, hat sich der Druck am Arbeitsplatz noch verstärkt. Die Schwächeren werden unbarmherzig aussortiert, es herrscht in manchen Branchen Goldgräberstimmung. Die Leiharbeit boomt, immer häufiger müssen sich die Arbeitnehmervertreter für die Beschäftigten gegen schier unfassbare Auswüchsen an menschenverachtender Ausbeuterei und Raubrittertum zur Wehr setzen. Für die medizinisch notwendige Operation Urlaub nehmen oder wegen der Kur gegen das Bandscheibenleiden gekündigt werden, das sind keine Einzelfälle mehr. In einigen Betrieben wird den Beschäftigten sogar die Notdurft von der Arbeitszeit abgezogen! Gegen diese Ungeheuerlichkeiten werden wir die Beschäftigten mit allen Mitteln schützen."
Der Lebensstandort Tirol wird für Arbeitnehmer zu teuer
Der AK-Präsident stellte generell fest, "dass Tirol noch weit weg ist von Familien- und Arbeitnehmerfreundlichkeit. Die Einkommen hinken nach wie vor nach, Leben und Wohnen sind überdurchschnittlich teuer. Wir sehen die ganze Dramatik bei unserem Unterstützungsfonds. Arbeitnehmer, Familien, Alleinerzieher oder chronisch Kranke geraten durch Arbeitsplatzverlust, einen Schicksalsschlag plötzlich an den Rand der Existenz. Der Mittelstand droht nach unten abzudriften. Auf der anderen Seite wissen manche in unserem Land nicht mehr, wohin mit ihrem vielen Geld. Wir fordern Solidarität gegenüber den sozial Schwächeren in unserer Gesellschaft."
Zangerl: "Neben der wichtigen Diskussion um eine Verbesserung der Mindestsicherung und eine Erhöhung Mindesteinkommen brauchen wir endlich eine offene Diskussion und gemeinsame Vorgehensweise, wie wir die explodierenden Wohn- und Lebenshaltungskosten in unserem Land in den Griff bekommen. Das sind die Fragen, die unsere Bürger zutiefst beschäftigen. Da ist die Landespolitik aufgerufen, aktiv zu werden. Wir bieten unsere Zusammenarbeit dafür an.
Der Lebensstandort Tirol wird für die Arbeitnehmer zu teuer. Wir befinden uns in keiner Gunstlage. Wo bleiben Leistungsabgeltungen und Ausgleichszahlungen, wie dies bei anderen Berufsgruppen üblich ist? Denn das größte und nachhaltigste Wirtschaftswachstum Tirols wird dann erzielt, wenn die Arbeitnehmer und ihre Familien genug verdienen und genug zum Leben haben. Davon profitiert die heimische Wirtschaft am meisten. Die Arbeitnehmer sind die Träger des Landes, weil sie mit ihrem Einkommen den größten Teil der Steuerlast und der Sozialabgaben tragen und auf der anderen Seite mit ihren Investitionen die Wirtschaft ankurbeln. "Denn da wird jeder Euro im eigenen Land investiert, im letzten Jahr erwirtschafteten unsere Beschäftigten trotz Krise allein sechs Milliarden Euro in Tirol! Wir spekulieren nicht, wir lagern nicht aus, wir investieren unser Einkommen in unserem Land, wir erhalten mit unseren Steuern den Staat, wir kurbeln die Wirtschaft an."
"Deshalb ist jeder Anschlag auf die Geldtaschen der Menschen ein Anschlag auf den Wirtschaftsstandort Tirol", so der Tiroler AK-Präsident.

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