Rotes Kreuz: Abschiebungen nach Griechenland stoppen

Österreich soll die Empfehlung des Europäischen Gerichtshofes umsetzen

Wien (OTS/Rotes Kreuz) - Sehr enttäuscht reagiert Werner Kerschbaum, stv. Generalsekretär des Österreichischen Roten Kreuzes, auf die Haltung des Innenministeriums und der österreichischen Asylbehörden. Denn diese zeigen sich unbeeindruckt von der Kritik an den fortgesetzten Abschiebungen nach Griechenland: Österreich wird dem Ersuchen des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte um Abschiebestopp nach Griechenland nicht nachkommen. "Wenn schon der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte Österreich in einem Brief bittet, bis auf weiteres niemanden mehr nach Griechenland zurückzuschicken , dann sollte die Bundesregierung dieser Bitte nachkommen und nicht weiterhin Asylwerber dorthin abschieben. Das ist eines europäischen Landes mit langer humanitärer Tradition nicht würdig", sagt Kerschbaum.

Die EU-Kommission spricht von einer "dramatischen" Situation, auch die Vereinten Nationen sind besorgt: Angesichts des wachsenden Stroms von Flüchtlingen bahnt sich ihrer Ansicht nach eine humanitäre Krise an der griechisch-türkischen Grenze an. Griechenland sieht sich außerstande, der Lage selbst Herr zu werden. Viele Länder, darunter Großbritannien, Niederlande, Belgien, Norwegen und Dänemark, haben bereits Überstellungen von Asylsuchenden nach Griechenland gestoppt. "Asylwerbern droht in Griechenland bitterste Not, die Zustände sind unmenschlich. Ich appelliere an die humanitäre Gesinnung von Frau Bundesministerin Fekter und ihrer zuständigen Beamten: Geben sie jenen Menschen Schutz und Sicherheit, die aus Griechenland nach Österreich kommen", so Dr. Kerschbaum.

Das Rote Kreuz hat die österreichischen Asylbehörden bereits vor einigen Wochen aufgefordert, von einer Anwendung der Dublin-Verordnung der EU betreffend Griechenland derzeit abzusehen.

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