Cortolezis-Schlager: Brauchen mehr private Finanzierungsanteile für den Hochschulsektor

ÖVP-Wissenschaftssprecherin bei der Debatte der Dringlichen Anfrage im Nationalrat

Wien (OTS/ÖVP-PK) - Um das Ziel von zwei Prozent des BIP bis 2020 für den Hochschulsektor zu erreichen, braucht es öffentliche und private Finanzierungsanteile für den gesamten tertiären Sektor, nicht nur zwei Prozent öffentliche Mittel. International kann Österreich längerfristig nur dann mithalten, wenn auch die privaten Mittel auf ein international übliches Niveau gehoben werden. Die Weltbank empfiehlt beispielsweise vier Finanzquellen: staatliche Förderung, Forschungsförderungen öffentlicher Einrichtungen und der Wirtschaft, Spenden und Stiftungen sowie Studienbeiträge. Das sagte heute, Donnerstag, ÖVP-Wissenschaftssprecherin Abg. Mag. Katharina Cortolezis-Schlager bei der Debatte über die Dringliche Anfrage im Nationalrat.

"Wir sollten bei den notwendigen Maßnahmen nicht in die Vergangenheit blicken, sondern lieber den internationalen Trends und Expertisen folgen", so die Abgeordnete weiter. Sie verwies auf die 80er-Jahre und führte folgende Vergleiche an: Nach etwa einem Jahrzehnt unter dem Finanzminister Hannes Androsch (1970 bis 1981) gab es 1980 rund 123.000 Studierende und 7.760 Absolventen. 2009 waren es bereits 309.000 Studierende (Universitäten und Fachhochschulen) und 36.000 Absolventen.

Die öffentliche Hand komme ihrer Verpflichtung nach. "Der Finanzierungsanteil des tertiären Sektors durch öffentliche Mittel liegt in Österreich im internationalen Spitzenfeld. Von 1,3 Prozent, die insgesamt für den tertiären Sektor aufgewendet werden, stammen mehr als 1,2 Prozent aus öffentlichen Mitteln", so die Abgeordnete. "Aber: Wir brauchen dringend mehr private Beteiligung." Alle Staaten, die signifikant über zwei Prozent bei der tertiären Bildung liegen, haben massive Finanzierungsanteile des privaten Sektors, die USA beispielsweise einen privaten Anteil von 2,1, Korea von 1,9 Prozent und Kanada von 1,1. Darunter fallen Gelder aus der Wirtschaft, aber auch ein moderater Beitrag der Studierenden, gekoppelt mit einem treffsicheren Stipendiensystem.

Hinsichtlich der geringen Drittmittel in Österreich verwies die Abgeordnete auf die SPÖ, die eine Wiedereinführung von Studienbeiträgen und damit eine wichtige Unterstützung für unsere Universitäten blockiere. "Mit Hilfe ihrer Stimmen wurden die Beiträge entgegen dem internationalen Trend und den zahlreichen Expertisen, wieder abgeschafft." Studienbeiträge seien aber keine soziale Hürde:
40 Jahre "freier" Hochschulzugang hätten zu keiner besseren sozialen Durchmischung an den Unis geführt. Auch eine aktuelle Studie des Stifterverbandes für die Deutsche Wissenschaft, in der deutsche Bundesländer mit und ohne Studiengebühren verglichen wurden, lasse keine Hinweise darauf finden, dass Studiengebühren in Höhe von 500 Euro eine abschreckende Wirkung hätten.

"80 Millionen Euro mehr für unsere Universitäten, sinnvolle Zugangsregelungen für völlig überlaufene Massenfächer und mehr Studienqualität - das will die ÖVP für Österreichs Hochschulen umsetzen", schloss die ÖVP-Wissenschaftssprecherin.
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