"KURIER"-Kommentar von Patricia Haller: "Zwei-Klassen-Medizin"

Es ist hoch an der Zeit, Effizienzpotenziale im Gesundheitswesen zu heben.

Wien (OTS) - In einem der besten Gesundheitssysteme der Welt - als solches wird das österreichische gelobt - herrscht eine Zwei-Klassen-Medizin. Um das festzustellen, bedarf es keiner Zusatzversicherung, die einen raschen OP-Termin verspricht. Wer wenig Geld hat, kann sich für sich selbst oder für seine Kinder keine Zahnregulierung oder Zahnersatz leisten. Wer keinen Wahlarzt zahlen kann, wartet eben länger auf einen Facharzt-Termin.
Die Debatte um das Gesundheitssystem hat nur einen Grund: die Finanzen. Die Verantwortlichen kennen die Zahlen. Der Aufwand steigt kräftig, schon bedingt durch die Demografie. Es geht darum, rasch Effizienzpotenziale aufzutreiben. Das System ist wie ein Tanker, der sich nur sehr langsam in eine neue Richtung steuern lässt. Machtfragen zwischen Bund, Ländern und Sozialversicherung dominieren, nicht immer das Wohl der Steuer- und Beitragszahler.
Laut Umfragen ist ein Großteil der Bevölkerung mit der Versorgung zufrieden, doch es grassiert die Angst vor Kürzungen. Die Leute haben eine Nase dafür, was passiert, wenn nichts passiert. Dann nämlich ginge die Schere der bestehenden Zwei-Klassen-Medizin noch weiter auf. Und das kann niemand ernsthaft wollen.

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