Zögerliche Schritte der EU in Richtung nachhaltige Lebensmittelproduktion

BIO AUSTRIA Obmann Rudi Vierbauch begrüßt die Absicht der EU-Kommission, Bio zu stärken.

Brüssel/Wien (OTS) - Mit der heutigen Veröffentlichung des sogenannten Optionenpapiers läutet EU-Agrar-Kommissar Ciolos den Reform-Prozess für die Gemeinsame Agrarpolitik 2014-2020 offiziell ein. "Eine starke Agrarpolitik ist für die nachhaltige Lebensmittelproduktion in der EU unabkömmlich. BIO AUSTRIA begrüßt daher das Bekenntnis der EU-Kommission zur Gemeinsamen Agrarpolitik und den grundsätzlichen Willen zur Ökologisierung", so Obmann Rudi Vierbauch. Er ortet bei den konkreten Maßnahmen jedoch noch großen Änderungsbedarf, "BIO AUSTRIA setzt jetzt auf die Mitgliedstaaten und das Europaparlament, um den Vorschlag im Interesse der Bauern und Konsumenten weiter zu entwickeln."

Potenzial der biologischen Landwirtschaft aufgegriffen
Die biologische Bewirtschaftung kombiniert die effiziente Produktion hochqualitativer Lebensmittel mit einer breiten Palette an Umweltleistungen, wie dem Schutz von Boden und Klima", so Rudi Vierbauch. "Die EU-Kommission hat dieses Potenzial offensichtlich erkannt und schlägt in ihrer Kommunikation zur Zukunft der Gemeinsamen Agrarpolitik eine Stärkung der biologischen Landwirtschaft vor", freut sich Vierbauch.

Neues Verständnis von Wettbewerbsfähigkeit

"Wenngleich Kommissar Ciolos viele Fragen offen lässt, so bietet das Optionenpapier doch eine Reihe sinnvoller Ansätze, um die längst überfällige Ökologisierung der Gemeinsamen Agrarpolitik auf den Weg zu bringen", bewertet BIO AUSTRIA Obmann Rudi Vierbauch das Papier in einer ersten Reaktion. Kommissar Ciolos betont etwa, dass Wettbewerbsfähigkeit und nachhaltige Nutzung von Ressourcen kein Widerspruch sein dürfen und schlägt daher vor, dass einschlägige Förderungen immer gleichzeitig der Innovation und der Umwelt dienen sollen.

Ausbau von Umweltprogammen vernachlässigt

Im EU-Schnitt werden über drei Viertel Agrarförderungen für Einkommensbeihilfen (Direktzahlungen) und nur ein Drittel im Rahmen der Ländlichen Entwicklung ausgegeben. "Dieses eklatante Missverhältnis muss sich ändern, wenn das allseits unbestrittene Ziel der Versorgungssicherheit durch nachhaltige Nutzung von Ressourcen erreicht werden soll.", ist Vierbauch überzeugt, "Denn für die zielgerichteten Zahlungen gibt es mit den Agrar-Umweltprogrammen der Ländlichen Entwicklung bereits effektive Instrumente, wie das österreichische Modell zeigt. Die vorgeschlagenen ökologischen Komponenten in den Direktzahlungen können Gleichwertiges nicht leisten. Der Kommissionsvorschlag spart das Thema der verstärkten Finanzierung von Agrar-Umweltmaßnahmen jedoch völlig aus, selbst die längst überfällige Abkehr von, auf historischen Produktionsdaten begründeten, Förderungen fehlt", kritisiert Vierbauch.

Umweltprogramme liefern öffentliche Güter

Österreich investiert, entgegen dem europäischen Schnitt, etwa zwei Drittel der Mittel im Rahmen der Ländlichen Entwicklung, mit einem klaren Schwerpunkt auf die Förderung von Maßnahmen mit positiven Umwelteffekten über das Agrar-Umweltprogramm ÖPUL. Dadurch wurde die Ökologisierung der österreichischen Landwirtschaft und somit die Bereitstellung öffentlicher Güter wesentlich vorangetrieben. "Das fehlende Bekenntnis zu einer solchen Schwerpunktsetzung, wie auch Überlegungen zur Reform der Bergbauernförderung, stellen diese Errungenschaften aufs Spiel. BIO AUSTRIA fordert die Kommission daher besonders im Hinblick auf die Budgetierung auf, starke Umweltprogramme engagierter zu unterstützen, damit Österreich den erfolgreich eingeschlagenen Weg mit Bio als Flaggschiff fortsetzen und ausbauen kann", so Vierbauch.

Rückfragen & Kontakt:

Eva Straka, Pressesprecherin BIO AUSTRIA
Tel. +43 676 842 214 214
eva.straka@bio-austria.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | BLB0001