Grillitsch: Bei GAP-Reform warten, bis Finanzrahmen steht

"Ciolos lenkt ein und scheint Österreich entgegenzukommen"

Wien (OTS) - "Einige Punkte des Kommissionspapiers zur Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) kommen der österreichischen Position entgegen", kommentierte Bauernbund-Präsident Fritz Grillitsch das heute von EU-Agrarkommissar Dacian Ciolos präsentierte Optionenpapier zur Reform der Europäischen Agrarpolitik (GAP). "So lenkt die EU-Kommission in dem jüngsten Papier bereits bei der Bergbauernförderung ein, die laut früherer Pläne in die Betriebsprämie integriert werden hätte sollen", honoriert der Bauernbund-Präsident das Verständnis des EU-Agrarkommissars für die österreichische Situation. Ebenfalls der Vergangenheit dürfte auch die von einigen Ländern geforderte EU-einheitliche "Flat Rate" bei den Direktzahlungen angehören. "Die Kommission hat eingesehen, dass eine einheitliche Betriebsprämie ohne Beachtung der Einkommensunterschiede nur soziale Unruhe stiftet. Ich hoffe, dass die Umverteilung von West nach Ost, die Österreich ganz massiv treffen würde, wirklich vom Tisch ist", sagte Grillitsch.

GAP lebt erst, wenn Summen feststehen

"Natürlich wird erst ein beschlossenes EU-Budget diesem Vorschlag Leben einhauchen. Im jetzt vorgelegten Optionenpapier fehlen weiterhin Zahlen und Fakten. Erst wenn das Geld da ist, lässt sich sagen, wie die Agrarpolitik ab 2014 wirklich aussehen wird", betonte der Bauernbund-Präsident.

Zu den weiteren Inhalten: Mitgliedstaaten sollen weiterhin die Möglichkeit haben, den Produzenten beispielsweise bei gravierendem Preisverfall unter die Arme zu greifen, um Wettbewerbsnachteile abzufedern. Nicht rütteln will die EU-Kommission an der jetzigen Zwei-Säulen-Struktur der GAP, auch dies eine wesentliche Forderung der heimischen Bauernvertreter. "Nachteile könnten der österreichischen Landwirtschaft allenfalls durch das sogenannte 'Greening', also die Ökologisierung der ersten Säule, entstehen", meinte Grillitsch. "In den kommenden Monaten werden unsere Verhandler, Bundesminister Nikolaus Berlakovich und die Agrarvertreter im Parlament versuchen, die Kriterien so zu verfeinern, dass für die heimischen Bauern unter dem Strich eine positive Entwicklungsmöglichkeit steht", zeigte sich Bauernbund-Präsident Grillitsch vorsichtig zuversichtlich. (Schluss)

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